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19.11.15 16:29 Lungenüberblähung + tiefer FEV1
B. Sch.
guten Tag Herr Rothe
Ich bin M, Jahrgang 1963, Nichtraucher (immer gewesen)
Seit einigen Monaten bin ich in Behandlung wegen der Diagnose 'asthma bronchiale/chronisch obstruktive Pneumopathie GOLD II
a) sehr hoher Lungenüberblähung statisch (RV-Wert 261% (!))
b) schlechter Lungenfunktion, FEV1 bei rund 72%
die MEF-Werte sind alle unter 60%.
Meine Medikamente sind:
- seebri breezhaler50
- relvar ellipta
Beides zum Inhalieren morgens

Nun habe ich meinen Sohn (20J) zur Lungenfunktion geschickt; er ist seit 2,5 Jahren Raucher; seine Werte sind ebenfalls sehr schlecht, Lungenalter = 50! mit 20 Jahren ... diese Verschlechterung kann wohl nicht in 2,5 Jahren eingetreten sein?

Wie gesagt bin ich in Behandlung und fühle mich gut aufgehoben und nutze hier die Gelegenheit für eine Zweitmeinung; aber ein Test auf 1-Antitrypsinmangel wurde noch nicht gemacht; wäre das ein Ansatz - obwohl es extrem selten sein soll?
Haben Sie Anregungen für meinen Fall (abgesehen von sportlicher Tätigkeit, diese ist sowieso vorhanden)
Besten Dank im Voraus,
B. Sch.
20.11.15 08:09
Thomas Rothe
Guten Morgen
Sie machen die richtigen Überlegungen. Ein alpha-1-AT-Mangel ist nicht ganz ausgeschlossen. Entsprechede Bluttests sollten gemacht werden. Unabhängig wie der Test ausfällt, ist es extrem wichtig, dass Ihr Sohn mit dem Rauchen aufhört. Der Nikotinstopp ist die einzige Intervention, die erlaubt, dass die Erkrankung nicht ungebremst fortschreitet. Kein Medikament kann das bewirken.
Für den Fall, dass kein alpha-1-AT-Mangel bei Ihnen nachweisbar ist, sollte man bei einem Nie-Raucher mit Asthma nicht von COPD sprechen. Auch ein Asthma kann einen Anteil nicht-reversibler Obstruktion nach sich ziehen.
Falls keine Allergien eine Rolle spielen, das Asthma trotzdem "eosinophil" ist, käme in wenigen Monaten eventuell ein neues Medikament (Mepolizumab) in Frage. Sprechen Sie Ihren Pneumologen drauf an.
herzlicher Gruss
20.11.15 11:20
B. Sch.
Besten Dank Herr Rothe
was meinen Sie aber zu meinem äusserst hohen RV-Wert in Anbetracht des guten AZ (immer etwas Sport, kein Uebergewicht, nie Raucher)... ?
Merci
B. Scheidegger
26.11.15 10:07
Thomas Rothe
Guten Morgen
Die Messung des Residualvolumens ist extrem empfindlich. Eine leichte Nervosität in der abgeschlossenen Kammer, die noch nicht ausreichende Wirkung von Medikamenten zur Inhalation und andere Faktoren können das RV sehr leicht zu hoch erscheinen lassen.
Ich würde deshalb diesem Wert nicht zuviel Beachtung schenken. Wichtiger wird die FEV1 im Verlauf sein und wie Ihre Leistungsfähigkeit ist. Schauen Sie, dass Sie bei jeder Anstrengung sofort die Lippenbremse einsetzen. Damit können Sie verhindern, dass sich am Ende der Ausatmung noch mehr gefesselte Luft in den Bronchien befindet und Sie dadurch beim nächsten Atemzug weniger tief einatmen können. Das verstärkt die Atemnot bei Anstrengung. Eine ambulante pulmonale Reha wäre von grossem Vorteil
Herzlicher Gruss
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