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Bern
Die Entstehung der Lungenliga ist eng mit der Geschichte der Tuberkulose verwoben. Ende des vorletzten und zu Beginn des letzten Jahrhunderts forderte diese damals weitverbreitete und gefürchtete Volksseuche zahlreiche Opfer und stellte die Gesellschaft vor ernste soziale und gesundheits-politische Probleme. Die Tuberkulose stürzte manche Familie in grosse Not.
Mit Streptomycin stand erst 1946 ein wirksames Medikament gegen die Tuberkelbakterien zur Verfügung. Die obligatorische Krankenversicherung bei einer Krankenkasse und die Invalidenversicherung waren noch in weiter Ferne. 1895 wurde die Heilstätte Heiligenschwendi eröffnet; die Sanatoriumskur stellte bis Mitte der 1950er-Jahre die Basis jedes Therapieplanes bei Tbc dar.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden im ganzem Kanton Fürsorgevereine für Tuberkulosekranke eingerichtet. Der Grosse Rat des Kantons Bern verabschiedete nach und nach Gesetze und Dekrete zur Bekämpfung der Tbc. 1928 trat ein Bundesgesetz zum Kampf gegen die Lungenseuche in Kraft, welches die Organisation der Seuchenabwehr den Kantonen und Gemeinden übertrug. Dies war der Anstoss zur Gründung der kantonalen Tuberkuloseliga im Jahre 1930. Das erste grosse Arbeitsgebiet der Liga war die Tuberkulosekurversorgung. Dabei ging es darum, genügend Betten zur Kurierung der Lunge zur Verfügung zu haben. 200 Liegekur-Betten in Heiligenschwendi standen einem Bedarf von ungefähr 1000 Betten gegenüber. Im Jahre 1950 zählte man einen Bestand von rund 1100 Kurbetten in Höhensanatorien und in kleineren Unterlandstationen sowie in der Tbc-Abteilung des Tiefenauspitals.
Das zweite grosse Arbeitsgebiet war das Tuberkulose-Fürsorgewesen. Zum Zeitpunkt der Ligagründung 1930 bestanden im Kanton 4 Fürsorgestellen. In den folgenden Jahren gelang es der Liga, ein lückenloses Netz von 25 Bernischen Tuberkulosefürsorgestellen zu errichten.
Mehr und mehr ging die Arbeit der Fürsorgerinnen über die Einzelfürsorge hinaus und schloss die Mitarbeit bei gruppenmedizinischen Aktionen, Reihendurchleuchtungen, Schirmbilduntersuchungen und BCG-Impfungen in Schulen ein. Dies führte 1951 und in den folgenden Jahren zur umfassenden Tuberkuloseprophylaxe mit Schirmbild-untersuchungen, Tuberkulintestungen und Schutzimpfungen im Rahmen der Tuberkulose-Vorbeugungszentrale TVZ. Ab 1953 wurden die Bemühungen um die Wiedereingliederung der kurentlassenen Tuberkulosepatienten in den Arbeitprozess in Zusammenarbeit mit der Vereinigung "Das Band" verstärkt. Durch die grossen Entwicklungen in der Therapie und Prophylaxe nahmen die Tuberkulosefälle stetig ab, so dass die Heilstätten Heiligenschwendi und Montana zu Mehrzwecksanatorien umgewandelt werden konnten. Aus der Tbc-Station im Tiefenauspital wurde 1963 eine pneumologische Abteilung. Die Mittel, die bisher für die Tuberkulosebekämpfung zur Verfügung standen, wurden nun frei für andere langdauernde Krankheiten. Infolge dieser Entwicklung erweiterte die "Bernische Liga gegen die Tuberkulose" ihren Namen in "Bernische Liga gegen die Tuberkulose und andere langdauernde Krankheiten". Die Fürsorgetätigkeit dehnte sich auf Patienten mit anderen chronischen Erkrankungen aus.
Seit 1970 nimmt die Zahl der Patienten mit Erkrankungen aus dem asthmatischen Formenkreis stetig zu. Die Vermittlung von apparativen Atemhilfen bekam in den folgenden Jahren einen wachsenden Stellenwert. Die Liga vermietete immer mehr Inhalationsapparate und Respiratoren. Ein gut funktionierender Apparatedienst musste aufgebaut werden zur Kontrolle und regelmässigen Wartung der Geräte. In den folgenden Jahren entwickelten sich neue Erkenntnisse in der Medizin und Therapie, welche auch die Tätigkeiten der Liga beeinflussten. Immer spezifischere und wirkungsvollere Medikamente, neue Techniken für eine immer breitere Palette von Atemhilfsgeräten und die Zunahme von Lungen und- Atemwegserkrankungen mit sich wandelnden Problemstellungen in der Sozialberatung und Betreuung führten zum Angebot der heutigen Lungenliga Bern.
Lungenliga Bern
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