Innenluftqualität

 

Die Menschen in der Schweiz verbringen den grössten Teil ihrer Zeit in Innenräumen, davon fast zwei Drittel in den eigenen vier Wänden. Ein gutes Raumklima ist unerlässlich, damit man sich wohl fühlt. Schadstoffe aus verschiedenen Quellen beeinträchtigen dies jedoch.

 

Luftqualität?

Leider lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen über die optimale Raumluftqualität treffen. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Schadstoffbelastungen. Das Setzen von Grenzwerten ist deshalb auch sehr schwierig. Ein CO2 Messgerät ist aber ein gutes Mittel, um die Luftqualität in Innenräumen im Auge zu behalten.   Denn, das Level an CO2 in einem Raum ist ein guter Indikator um die Luftqualität  beurteilen zu können. Als Faustregel gilt, Räume mit einem CO2 Wert von:

  • < 1400ppm haben eine gute Luftqualität
  • 1400 -2000 ppm haben eine mässige Luftqualität
  • >2000ppm haben eine schlechte Luftqualität

 

 

 

Quellen von Luftschadstoffen

Aussenluft

Die Qualität der Aussenluft in der näheren Umgebung ist ein wichtiger Faktor für die Luftqualität innerhalb eines Gebäudes.

Emissionen aus dem Strassenverkehr, Industrie und Gewerbe wie etwa Feinstaub, Stickoxide, flüchtige organische Verbindungen gelangen in den Innenraum. Auch das natürlich radioaktive Gas Radon dringt aus dem Bauuntergrund in Häuser ein.

 

Die Trennung von Aussen- und Innenluft ist also mehr eine theoretische als eine praktische. Wegen der zusätzlichen Schadstoffquellen im Innenraum ist die Innenluft meist von schlechterer Qualität als die Aussenluft.

Baumaterial

Eine der wichtigsten Schadstoffquellen im Haus ist Tabakrauch. Doch auch aus Baumaterialien, Farben, Lacken und Einrichtungsgegenständen können gefährliche Gase entweichen: meist flüchtige organische Verbindungen, seltener auch Formaldehyd.

 

Worauf achten?
Mit der Auswahl der Baumaterialien beeinflussen Sie selbst die Menge an freigesetzten Schadstoffen. Achten Sie sich auf Gesundheitsverträglichkeit und geringe Emissionen, besonders bei der Auswahl von Holzwerkstoffen (Formaldehyd), Farben und Lacken (Lösungsmittel und Weichmacher) und Tapeten (aus Altpapier hergestellt).


Tipps
Ein verlässliches Label in Bezug auf schadstoffarme Produktion dieser Baustoffe ist der Blaue Engel  Aber auch Labels wie der GuT» oder Oeko-Tex Standard 100/Standard 1000 bieten eine Orientierungshilfe. Zur gesamten Thematik des gesunden Hauses finden sich gute Tipps und weiterführende Links hier 

Möbel

Wichtige Kaufargumente für Möbelstücke sind Aussehen, und zunehmend die Gesundheitsverträglichkeit. Aus Möbeln können Formaldehyd, Weichmacher und Lösemittel entweichen.

 

Worauf achten?

Achten Sie sich beim Kauf auf Folgendes:

  • Vermeiden Sie Möbel aus Spanplatten. Aus ihnen entweicht meist Formaldehyd.
  • Kaufen Sie Massivholzmöbel, die nicht lackiert sondern mit Öl oder Wachs behandelt sind. Öl und Wachs produzieren keine Schadstoffe. Ausserdem wirken die Oberflächen sehr viel natürlicher.

 

Tipps:

Ein verlässliches Label in Bezug auf schadstoffarme Produktion dieser Baustoffe ist der Blaue Engel  Aber auch Labels wir der GuT» oder Oeko-Tex Standard 100/Standard 1000 bieten eine Orientierungshilfe. Zur gesamten Thematik des gesunden Hauses finden sich gute Tipps und weiterführende Links hier 

Kerzen

Eine sehr wichtige Feinstaubquelle in Innenräumen sind Kerzen. Beim Abbrennen kann es zu einer  10- bis 20-Fachen Erhöhung ultrafeiner Partikel in der Raumluft kommen. Diese Partikel bleiben besonders lange in der Luft.

Aufgrund der geringen Grösse der Partikel, können diese sehr weit in den Körper eindringen und sogar ins Blut. Fachleute gehen davon aus, dass Kerzenrauch ähnlich schädlich ist wie Tabakrauch.

 

Worauf achten?

  • Kaufen Sie qualitativ gute Kerzen. Diese produzieren weniger Russ.
  • Wenn die Kerze brennt, sollte die Luft möglichst unbewegt sein. Durchzug lässt die Kerze flackern. Das verstärkt den Russausstoss.
  • Der Docht sollte nicht zu lang sein, sonst franst die Flamme aus. Ideal sind 10 bis 15 Millimeter.
  • Gut lüften, sobald die Kerze ausgelöscht ist. Die Partikel sollen sich aus dem Raum davon machen können.

Tipps
Einen sehr detaillierten Überblick zur Thematik der Kerzen finden Sie auf dem Factsheet des Vereins Lunge Zürich

Duftstoffe

Raumluftparfüms, Duftkerzen, duftende Öllämpchen und Räucherstäbchen belasten die Luft mit chemischen Stoffen und mit bedenklichen Verbrennungsprodukten.

Aus Parfums und Sprays entweichen flüchtige organische Verbindungen.

Entsteht der Raumduft durch Verbrennung (wie bei Räucherstäbchen), so entstehen Feinstaub, Russpartikel, Kohlenmonoxid und Formaldehyd.

 

Worauf achten?
Das BAG empfiehlt im Umgang mit Produkten zu Raumdüften:

  • In Anwesenheit empfindlicher Personen, insbesondere Asthmatikern, auf die Verwendung von Duftsprays und Räucherstäbchen verzichten.
  • Raumluftparfüms, Duftkerzen, duftende Öllämpchen und Räucherstäbchen nur gezielt und zeitlich begrenzt einsetzen. Danach, spätestens aber vor dem Zubettgehen die Räume kräftig lüften (Stosslüftung).
  • Bei erhöhter Ozonbelastung im Sommer auf Raumdüfte verzichten.
  • Geruchsprobleme durch Massnahmen an der Quelle bekämpfen, statt sie mit Raumdüften überdecken. Sie könnten auch auf eine ungesunde Wohnsituation hinweisen, die zum Beispiel durch Feuchtigkeitsprobleme, Schimmel oder Lösemittelemissionen verursacht wird.

 

Tipps
Einen sehr detaillierten Überblick zur Thematik finden Sie auf der Homepage des BAG 

Luftfeuchtigkeit

Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 - 60%. Befindet sich die Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen ungefähr auf diesem Niveau, so fühlen Sie sich selbst in den Räumen wohl, sorgen für einen optimalen Energiefluss und verhindern die Bildung von gesundheitsschädlichem Schimmel.

 

Worauf achten?
Sie können die Luftfeuchtigkeit im Innenraum mit einem Hygrometer überwachen. Achten Sie bei Neubauten und Sanierungen auf eine ausreichende Austrocknungszeit.

 

Wichtig ist, dass die Feuchtigkeit, die im Raum entsteht durch regelmäßiges und richtiges Lüften nach außen abgeführt wird. In einem Dreipersonenhaushalt werden täglich 6 bis 12 Liter Wasser freigesetzt durch

  • Duschen,
  • Waschen,
  • Kochen,
  • Wäschetrocknen
  • Pflanzen,
  • und andere Feuchtigkeitsquellen.


Tipps
Tipps zum richtigen Lüften finden Sie hier.

Reinigungsmittel

Reinigungsmittel können die Raumluft kurzzeitig stark mit flüchtigen organischen Verbindungen belasten.

Einige Sanitär- und Abflussreiniger enthalten Aktivchlor, das bei Einatmung Schäden an Lunge und Atemwegen hervorrufen kann.

Andere Reinigungsprodukte beinhalten Desinfektionsmittel. Durch ihre antibakterielle Wirkung können sie die Entwicklung von Allergien fördern.

Tipps:

  • Verwenden Sie Reinigungsmittel so sparsam wie möglich.
  • Und wann immer möglich milde Reinigungsmittel.
  • Lüften Sie nach dem Reinigen gut durch.

 

 

Folgen für die Gesundheit

Akute und chronische Folgen

Die Schadstoffe führen zu verschiedenen akuten Symptomen:

  • Augenbrennen,
  • Reizung des Rachens und der Nasenschleimhäute,
  • Kopfschmerzen
  • und Unwohlsein.

Bei längerfristigen Belastungen sind chronische Lungenerkrankungen möglich.

 

 

 

 

Folgen für Allergikerinnen und Allergiker

Hier ist grosse Vorsicht geboten. Allergische Personen reagieren mit

  • Atembeschwerden,
  • Schnupfen,
  • Augenbrennen und Bindehautentzündungen,
  • Hautausschlägen
  • sowie allenfalls Durchfall auf Schadstoffe in der Raumluft.

In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auch Blutzellen, Gewebe und Organe schädigen. Ausserdem kann es zu Befindlichkeitsstörungen – Sick Building Syndrom – kommen.  

Quelle: (BAG & BAFU 2015)