Was ist eine E-Zigarette?

Die E-Zigarette besteht aus einem Mundstück mit austauschbarer Kartusche, einem Verdampfungsmodul und einem Akkumulator (Antriebselement). Die Kartuschen enthalten Nachfüllflüssigkeiten mit oder ohne Nikotin. Es findet ein Verdampfungsprozess statt. E-Zigaretten werden wie handelsübliche Zigaretten konsumiert, d.h. inhaliert.

 

Beinahe die gesamte Schweizer Bevölkerung (97.6%) hat schon einmal von der E-Zigarette gehört und 14% der Menschen ab 15 Jahren haben schon einmal E-Zigaretten ausprobiert oder konsumieren diese regelmässig.

 

Am meisten genutzt wird die E-Zigarette von jungen Menschen:

  • 35.4 % der 15- bis 19-Jährigen
  • 30.5 % der 20- bis 24-Jährigen

Die Kartuschen (auch Liquids oder Nachfüllflüssigkeit genannt) unterstehen dem Lebensmittelgesetz. Nikotinfreie Kartuschen sind in der Schweiz frei erhältlich. Nikotinhaltige Kartuschen dürfen in der Schweiz nur für den Eigengebrauch und in limitierter Menge (150 Kartuschen resp. 150 ml Nachfüllflüssigkeit innerhalb von 2 Monaten) eingeführt werden. Im Bundesgesetz und der Verordnung zum Schutz vor Passivrauchen sind E-Zigaretten nicht geregelt. Die Kantone können jedoch bezüglich Passivrauchschutzes weitergehende gesetzliche Bestimmungen erlassen.

Weiterführende Informationen zu E-Zigaretten:

Bundesamt für Gesundheit

Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz

Eidgenössische Kommission für Tabakprävention

In der Schweiz wie in zahlreichen anderen Ländern läuft eine angeregte Diskussion über die E-Zigarette. Die Lungenliga rät vom Konsum von E-Zigaretten ab.

 

  • Die Lungenliga setzt sich für die Gesundheit von Lunge und Atemwegen ein. Da die gesundheitlichen Auswirkungen der E-Zigarette bisher nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht sind, rät die Lungenliga vom Konsum von E-Zigaretten ab.
  • Um zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche E-Zigaretten konsumieren, soll dieses Produkt und seine Verbreitung im Tabakproduktegesetz geregelt werden (Werbe-, Sponsoring- und Promotionsverbot, Verkaufseinschränkungen für Minderjährige). Die Lungenliga befürchtet, dass E-Zigaretten Minderjährigen den Einstieg ins Rauchen erleichtern.
  • Um Transparenz bezüglich der Inhaltsstoffe der Nachfüllflüssigkeiten von E-Zigaretten zu gewährleisten, fordert die Lungenliga eine umfassende Deklaration. Zudem muss die Produktesicherheit bei der Anwendung gewährleistet sein.
  • Da die gesundheitlichen Auswirkungen der E-Zigarette auf Dritte (sogenanntes «Passivdampfen») noch zu wenig untersucht sind, sollen E-Zigaretten in Bezug auf den Passivrauchschutz herkömmlichen Zigaretten gleichgestellt werden.
  • Ob sich die E-Zigarette für einen Rauchstopp eignet, bleibt abzuwarten. Da eindeutige wissenschaftliche Erkenntnisse in dieser Hinsicht fehlen, kann die Lungenliga E-Zigaretten zum heutigen Zeitpunkt nicht als Rauchstopphilfe empfehlen.

 

Umfassende Informationen der Lungenliga zu E-Zigaretten als PDF herunterladen.

 

Wie die im British Medical Journal publizierte Delphi-Studie zeigt, sind sich die Fachexperten der Schweiz einig, dass im Sinne des Jugendschutzes der Konsum von E-Zigaretten im neuen Tabakproduktegesetz geregelt werden soll. Die Lungenliga Schweiz hat sich an dieser Studie beteiligt.

 

Factsheet Sucht Schweiz zu E-Zigaretten.

 

Lesen Sie unsere Empfehlungen zum Umgang mit E‐Zigaretten an Schulen.

E-Zigaretten und Jugendliche

Die Lungenliga zeigt sich besorgt über die Verbreitung von E-Zigaretten unter Kindern und Jugendlichen, weil aus präventiver Sicht denkbar ist, dass E-Zigaretten zu einer Sucht führen und/oder den Einstieg ins Rauchen erleichtern können. In der ganzen Schweiz können nikotinfreie E-Zigaretten ohne Altersbeschränkung gekauft werden, E-Zigaretten mit Nikotin lassen sich problemlos online bestellen. Im Vergleich zu handelsüblichen Zigaretten sind E-Zigaretten billig und deshalb für Jugendliche interessant. Den Nachfüllflüssigkeiten (sog. Liquids) werden teilweise Aromastoffe beigemischt, um die Attraktivität des Produktes insbesondere für Jugendliche zu steigern. Weil diese besonders sensibel auf Werbebotschaften reagieren, fordert die Lungenliga ein striktes Verbot von Werbe- und Promotionsaktivitäten für E-Zigaretten.

Lesen Sie unsere Empfehlungen zum Umgang mit E‐Zigaretten an Schulen.

E-Zigaretten und Gesundheit

Zurzeit liegen wissenschaftliche Erkenntnisse nur zur Kurzzeitanwendung von E-Zigaretten vor. Diese belegen, dass es beim Konsum von E-Zigaretten zu Reizungen der Atemwege sowie der Augen kommen kann. Die Liquids enthalten giftige Substanzen, die zum Teil krebserregend sind (z.B. Aldehyde, Propylenglykol und Aromastoffe). Es besteht zudem der begründete Verdacht, dass auch Nachfüllkartuschen, die als nikotinfrei deklariert sind, Nikotin enthalten können. Bei Nikotin handelt es sich um eine Substanz, die auch in kleinen Dosen süchtig machen kann. Es besteht zudem die Gefahr, dass der Konsum von E-Zigaretten lediglich zu einer Verlagerung der Nikotinabhängigkeit führt.

E-Zigaretten und Passivrauchschutz

Die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen des «Passivdampfens» von E-Zigaretten sind erst wenig untersucht. In geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind oder Dritten als Arbeitsplatz dienen (auch Gastroräume), sollen E-Zigaretten darum nicht konsumiert werden. Diese Regulierung vereinfacht den Vollzug des Passivrauchschutzgesetzes und hilft zu verhindern, dass durch das «Dampfen» indirekt auch das Rauchen in öffentlichen Räumen und am Arbeitsplatz wieder zur Norm und damit vermehrt sichtbar wird. Die in den letzten Jahren teilweise erreichte «Denormalisierung» des Rauchens trägt entscheidend zu einem wirksamen Jugendschutz bei.

E-Zigaretten und Rauchstopp

Die Inhaltsstoffe von E-Zigaretten sind zum heutigen Zeitpunkt weitgehend unbekannt und deren Aus- und Nebenwirkungen können noch nicht fundiert abgeschätzt werden. Deshalb kann die E-Zigarette grundsätzlich nicht als Rauchstopphilfe empfohlen werden. E-Zigaretten können jedoch in individuellen Fällen Rauchende dabei unterstützen, ihren Tabakkonsum zu reduzieren oder ganz einzustellen (Schadensminderung). Zur Unterstützung des Rauchstopps empfiehlt die Lungenliga, sich an qualifizierte Fachpersonen (Ärztin, Apotheker, Rauchstoppberaterin) sowie an die kantonalen Lungenligen zu wenden.