Informationen über das Passivrauchen

Informationen über das Passivrauchen

Tabakrauch besteht aus einer Vielzahl von Giftstoffen und krebserregenden Substanzen. Diese sind nicht nur für die Person schädlich, die selber raucht. Die in einer Zigarette enthaltenen Schadstoffe gelangen durch das Rauchen auch in die Umgebungsluft. Das Einatmen von Tabakrauch aus der Umgebungsluft wird als Passivrauchen bezeichnet.

 

Weitere Informationen zum Passivrauchen finden Sie auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit oder bei der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz.

Für aktuelle Zahlen zum Passivrauchen besuchen Sie die Homepage des Suchtmonitorings Schweiz.

Passivrauchen stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar, da grundsätzlich dieselben giftigen und krebserregenden Schadstoffe eingeatmet werden wie beim Aktivrauchen. Dass Passivrauchen der Gesundheit schadet, belegen zahlreiche Studien – darunter die Schweizer Studie SAPALDIA und diverse Studien des Deutschen Krebsforschungszentrums. Es existiert keine Grenze, unter der Passivrauchen unschädlich ist. Eine im November 2010 veröffentlichte Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO kommt zum Schluss, dass weltweit jährlich 600.000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens sterben.

Erhöhtes Krebsrisiko

Passivrauchen kann Lungen-, Kehlkopf- und Rachenkrebs verursachen. Jüngere Nichtraucherinnen die passiv rauchen, leiden zudem unter einem erhöhten Brustkrebsrisiko.

Atemwegserkrankungen

Passivrauchen kann chronische Erkrankungen der Atemwege wie COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) sowie Beschwerden wie Husten, Auswurf, Kurzatmigkeit und eine pfeifende Atmung hervorrufen. Das Risiko für die Entwicklung einer chronischen Bronchitis oder von Asthma wird für Nichtraucherinnen und Nichtraucher umso grösser, je länger sie dem Tabakrauch anderer ausgesetzt sind.

Höheres Herzinfarktrisiko

Das Einatmen von Tabakrauch anderer erhöht auch das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Zahlreiche Studien aus dem Ausland belegen einen Rückgang der Herzinfarkte nur wenige Monate nach Einführung von gesetzlich verankerten Rauchverboten in öffentlichen Räumen und am Arbeitsplatz. Auch eine Studie des Kantonsspitals Graubünden zeigt auf, dass in den ersten beiden Jahren nach Inkrafttreten der rauchfreien Gastronomie im Kanton Graubünden 22% weniger Spitaleintritte durch Herzinfarkte zu verzeichnen waren. Besonders deutlich war der Rückgang bei den Nichtrauchenden.

Gesundheitliche Risiken für Kinder

Der kindliche Organismus ist noch nicht voll entwickelt und gegenüber den Auswirkungen des Tabakrauchs verletzlicher als der eines Erwachsenen. Kinder rauchender Eltern leiden häufiger unter akuten und chronischen Atemwegserkrankungen wie Husten, Auswurf, pfeifenden Atemgeräuschen und Atemnot und sie haben häufiger Mittelohrentzündungen als Kinder nichtrauchender Eltern. Bestehendes Asthma bei Kindern wird durch Passivrauchen verschlimmert.

Passivrauchen in der Schwangerschaft

Müssen Frauen während der Schwangerschaft den Tabakrauch anderer einatmen, ist es möglich, dass ihre Kinder bei der Geburt kleiner sind sowie einen geringeren Kopfumfang und ein geringeres Körpergewicht aufweisen als von Müttern die nicht dem Tabakrauch ausgesetzt sind. Zudem besteht ein höheres Risiko für angeborene Fehlbildungen.

 

Höheres Risiko für plötzlichen Kindstod

Passivrauchen im Säuglingsalter erhöht das Risiko des plötzlichen Kindstods. Raucht die Mutter nach der Geburt, ist das Risiko um mehr als das Dreifache erhöht. Ist die Mutter Nichtraucherin und raucht ein anderes Haushaltsmitglied, wie beispielsweise der Vater, so ist das Risiko um fast 50% höher als bei einem unbelasteten Säugling. Allerdings scheint beim plötzlichen Kindstod eine vorgeburtliche Tabakrauchbelastung durch das aktive Rauchen der Mutter eine deutlich größere Rolle zu spielen als die nachgeburtliche Belastung durch Passivrauchen.

 

Weitere Informationen zu den gesundheitlichen Folgen des Passivrauchens; Informationen des Bundesamts für Gesundheit

 

* Die Angaben auf dieser Seite sind zum grössten Teil den Veröffentlichungen des Deutschen Krebsforschungszentrums, insbesondere der Publikation «Schutz der Familie vor Tabakrauch» entnommen.

Passivrauchen verursacht hohe Gesundheitskosten. Alleine in öffentlich zugänglichen Innenräumen und am Arbeitsplatz ist Passivrauchen schweizweit jährlich für 3000 verlorene Lebensjahre sowie 70000 zusätzliche Spitaltage und somit für Gesundheitskosten von mindestens 420 Millionen Franken verantwortlich.

Lesen Sie dazu unser Faktenblatt «Gesundheitskosten des Passivrauchens» oder die ausführliche Studie des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts Basel.

Rauchfreie Arbeitsplätze

Seit dem 1. Mai 2010 ist das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen in Kraft. Es schreibt fest, dass das Rauchen in geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind oder mehreren Personen als Arbeitsplatz dienen, untersagt ist. Als Arbeitsplatz mehrerer Personen gilt laut dem Bundesamt für Gesundheit jeder Ort, an dem sich mehrere Arbeitnehmende dauernd oder vorübergehend zur Ausführung ihrer Arbeit aufhalten müssen (inkl. Sitzungszimmer, Cafeteria, Gänge usw.). Die Kantone sind für den Vollzug des Bundesgesetzes und die Strafverfolgung zuständig. Sie können auch strengere Regelungen erlassen.

Lesen Sie mehr zu den geltenden Regelungen am Arbeitsplatz und wie Sie vorgehen können, wenn an Ihrem Arbeitsplatz trotz Verbot weiter geraucht wird.

Einrichten von Rauchräumen am Arbeitsplatz

Das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen gibt Bedingungen für das Einrichten von abgetrennten Rauchräumen (sogenannten Fumoirs) vor. Sie finden diese auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit.

 

Handlungsempfehlungen für Spitex-Organisationen

Angestellte, die in Privathaushalten arbeiten, sind von den Regelungen des Bundesgesetzes zum Schutz vor Passivrauchen ausgenommen.  Sie haben lediglich die Möglichkeit, Ihre Klientinnen und Klienten darum zu bitten, für die Dauer ihres Arbeitseinsatzes auf das Rauchen zu verzichten. Die Handlungsempfehlungen der Lungenliga zeigt Möglichkeiten auf, wie sich Spitex-Mitarbeitende vor Passivrauchen schützen können.

 

 

 

 

Gastronomie

In der Gastronomie lässt das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen weitreichende Ausnahmen im Arbeitnehmerschutz zu:

 

  • Gastronomiebetriebe unter 80m2 können als reine Rauchbetriebe geführt werden.
  • In abgetrennten Rauchräumen (sogenannten Fumoirs) darf bedient werden.


Geltende Regelungen in den Kantonen

 

Da die Kantone selber Regelungen zum Passivrauchen erlassen können, die über das Bundesgesetz hinausgehen, herrscht derzeit schweizweit eine Vielzahl von unterschiedlichen Regelungen in der Gastronomie. In 11 Kantonen gilt lediglich das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen. Diese Kantone verfügen nur über einen minimalen Passivrauchschutz, denn sie lassen reine Rauchbetriebe sowie bediente Fumoirs weiterhin zu. In 7 Kantonen sind Rauchbetriebe zwar verboten, bediente Fumoirs hingegen erlaubt. 8 Kantone schützen ihre Arbeitnehmenden umfassend vor Passivrauchen, indem nur noch unbediente Fumoirs zugelassen sind.

 

Auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit finden Sie eine monatlich aktualisierte Aufstellung über die in den Kantonen geltenden Passivrauchgesetze in der Gastronomie. Die Übersichtskarte bietet einen Überblick über die kantonalen Regelungen.

öffentliche Gebäude

Seit dem 1. Mai 2010 ist das Rauchen gemäss Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen in geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind, untersagt. Die Kantone sind für den Vollzug des Bundesgesetzes und die Strafverfolgung zuständig. Sie können auch strengere Regelungen erlassen.

So können Sie vorgehen, wenn in öffentlich zugänglichen Innenräumen trotz Verbot weiter geraucht wird.

 

Einrichten von Rauchräumen in öffentlichen Gebäuden

 

Das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen gibt Bedingungen für das Einrichten von abgetrennten Rauchräumen (sogenannten Fumoirs) vor. Sie finden diese auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit.