Tabakproduktegesetz

Mit dem derzeit in Erarbeitung befindlichen Tabakproduktegesetz bietet sich die Chance, die Tabakprävention zu stärken und insbesondere Kinder und Jugendliche besser vor dem Einstieg ins Rauchen zu schützen.

 

Wie das Suchtmonitoring Schweiz zeigt, ist die Zahl der rauchenden Jugendlichen (15 – 19jährig) von 22.7 auf fast 27 Prozent gestiegen. Dieser erschreckende Anstieg zeigt deutlich, dass es für den Schutz unserer Jugend ein umfassendes Tabakproduktegesetz ohne Ausnahmen braucht. Nur so kann verhindert werden, dass noch mehr Jugendliche mit dem Rauchen anfangen und später an den Folgen des Tabakskonsums sterben.

Hier finden Sie den Link zum neu veröffentlichten Suchtmonitoring des BAG.

 

Faktenblatt Tabakkonsum

Medienmitteilung der Lungenliga zum Sucht-Monitoring Schweiz

 

 

Die Lungenliga fordert:

  • Dem Schutz von Kindern und Jugendlichen ist im Gesetz höchste Priorität einzuräumen.
  • Dazu ist ein umfassendes Werbe-, Promotions- und Sponsoringverbot für Tabakprodukte und ein schweizweites Verkaufsverbot von Tabakprodukten an Minderjährige zu erlassen.
  • Die Inhaltsstoffe von Tabakprodukten sind transparent zu deklarieren. Warnhinweise in Wort und Bild sind auf den Verpackungen von Tabakprodukten gut sichtbar und grösser als bis anhin zu platzieren.
  • E-Zigaretten sind ohne Einschränkung wie Tabakprodukte zu regeln.

Gesetz für Tabakprodukte: Zusammenfassung der Lungenliga

 

Die Standpunkte der Lungenliga:

1) Tabak macht krank

Jedes Jahr sterben in der Schweiz rund 9000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Tabakkonsum ist zudem die Hauptursache für eine Reihe von schweren und chronischen Lungen- und Atemwegserkrankungen wie COPD  oder Lungenkrebs. Insgesamt verursacht das Rauchen in der Schweiz volkswirtschaftliche Kosten von jährlich 10 Milliarden Franken.

Info-Blatt «Tabakkonsum als Hauptursache von Lungenkrankheiten»  

 

 

2) Tabakmarketing zielt auf Jugendliche ab

Acht von zehn Raucherinnen und Rauchern beginnen bereits im Teenageralter mit dem Rauchen. Auch wenn die Tabakindustrie dies bestreitet, zielen Werbung und Promotion für Tabakprodukte darauf ab, junge Menschen zum Tabakkonsum zu verführen. Denn: Je früher jemand einsteigt, desto schwieriger wird später der Ausstieg.Info-Blatt «Tabakmarketing zielt auf Jugendliche»  

 

Studie im französischsprachigen Landesteil: Beobachtung der Marketingstrategien für Tabakprodukte

 

Studie wie häufig Jugendliche zwischen 18-25 Jahre alt bei ihrem täglichen Weg von ihrem Wohnort zur Arbeit, resp. zur Ausbildung mit Tabakwerbung konfrontiert werden.

 

3) Werbeeinschränkung
Die Einschränkung der Tabakwerbung ist eine zentrale Massnahme für einen wirksamen Jugendschutz. Zwar gibt es in der Schweiz nationale Verbote: So dürfen in Radio und Fernsehen keine Tabakprodukte beworben werden und ist jegliche Werbung, die sich speziell an Jugendliche richtet, ebenso untersagt wie die Abgabe von kostenlosen Werbegegenständen an Jugendliche. Dennoch stehen der Tabakindustrie noch zahlreiche Möglichkeiten offen: Plakate, Kinos, Zeitungen, Sponsoring von Kultur- und Sportveranstaltungen, direkte Promotion über Stände und Wettbewerbe. In den meisten Kantonen sind deshalb Werbeeinschränkungen in Kraft  oder noch in Ausarbeitung.
 
Informationen der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz: Zigarettenwerbung  

4) Prävention beginnt bei den Jugendlichen
Für Kinder und Jugendliche ist es relativ einfach, an Tabakprodukte zu gelangen, namentlich an Zigarettenautomaten. Da die jungen Menschen die mit dem Rauchen verbundenen Gesundheits- und Suchtrisiken nur unzureichend einschätzen können, gilt es mit der Prävention hier anzusetzen. 

Info-Blatt «Kein Tabakwarenverkauf an Minderjährige»  

5) Kein Verkauf an Jugendliche unter 18 Jahren
Die WHO-Tabakkonvention  (FCTC) aus dem Jahr 2004 sieht unter anderem vor, dass keine Tabakprodukte an Minderjährige abgegeben werden dürfen. Die Schweiz hat dieses Übereinkommen zwar unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert. Entsprechend ist der Verkauf von Tabakwaren an Kinder und Jugendliche auf nationaler Ebene nicht gesetzlich verboten. Obwohl in den meisten Kantonen Abgabeverbote in Kraft  sind, können Kinder jeden Alters in gewissen Kantonen noch immer legal Zigaretten kaufen.

6) Irreführende Angaben zum Schadstoffgehalt
Die Angaben auf den Zigarettenpackungen zum Schadstoffgehalt im Zigarettenrauch sind irreführend, da die Aufnahme dieser Schadstoffe durch den Körper individuell unterschiedlich ist. Sinnvoller sind die umfassende Deklaration aller Inhaltsstoffe von Tabakprodukten sowie prominente Warnhinweise in Bild und Text auf der Verpackung.

Info-Blatt «Warnhinweise und transparente Deklaration der Inhaltsstoffe»  

7) E-Zigaretten regulieren
Der Konsum von E-Zigaretten  mit oder ohne Nikotin nimmt auch bei Jugendlichen zu. Über die Auswirkungen auf die Gesundheit ist bislang so gut wie nichts bekannt. Allerdings ist das Suchtpotential von nikotinhaltigen E-Zigaretten hoch. Im Sinne der Prävention müssen deshalb E-Zigaretten gleich wie konventionelle Zigaretten geregelt werden.

Info-Blatt «E-Zigaretten regeln wie konventionelle Zigaretten»  

8) WHO-Rahmenkonvention ratifizieren
Die Schweiz hat das internationale Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (WHO-Tabakkonvention) im Juni 2004 unterzeichnet. Seither ist die Ratifikation ein Ziel des Bundesrats. Als Voraussetzung muss die Schweiz nun insbesondere die Gesetzeslücke in Sachen Tabakmarketing schliessen.