Asthma ist kontrollierbar – Behandlung

Asthma kann noch nicht geheilt, meist aber sehr gut behandelt werden.

 

Medizinische Behandlung

Ein guter Ratschlag für Asthmatikerinnen und Asthmatiker ist, die auslösenden Allergene zu meiden. Im täglichen Leben ist diese Empfehlung manchmal schwer umzusetzen. Vor allem Kinder haben Mühe einzusehen, dass sie zum eigenen Wohl das geliebte Haustier weggeben müssen oder im Frühling nicht nach draussen gehen dürfen.

 

Das Asthma im Griff haben

Diese vier Grundsätze verbessern die Asthmakontrolle:

  1.     Bekannte Asthma-Auslöser meiden
  2.     Verschriebene Medikamente genau nach Vorschrift einnehmen
  3.     Notfallmedikamente immer bei sich tragen
  4.     Einen Asthma-Anfall frühzeitig behandeln


Asthmatikerinnen und Asthmatiker ab 12 Jahren können im Internet anhand des Asthma-Kontroll-Tests herausfinden, wie gut sie ihre Krankheit im Griff haben. Das Resultat des Tests sollte mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden.

Eine Grippeinfektion kann Asthma nachhaltig verschlimmern. Daher wird Betroffenen mit schwerem und mittelschwerem Asthma empfohlen, sich gegen Grippe impfen zu lassen.

Medikamente

Medikamente zur Asthma-Behandlung

Es gibt zwei Gruppen von Medikamenten zur Behandlung von Asthma:

 

  1. Medikamente zur Erweiterung der Bronchien
    Sie werden bei einem Asthma-Anfall inhaliert und erweitern sofort die Bronchien. Solche Medikamente wirken, indem sie die Bronchialmuskulatur entspannen. Es gibt kurzwirksame Mittel zur schnellen Therapie eines Asthma-Anfalls und zur Vorbeugung von Atemnot beim Sport sowie langwirksame Medikamente zur Vorbeugung von Anfällen. Die langwirksamen Medikamente sind geeignet für Patientinnen und Patienten mit mittelschwerem und schwerem Asthma. Medikamente zur Erweiterung der Bronchien werden normalerweise in Kombination mit der zweiten Medikamentengruppe eingesetzt.

  2. Medikamente zur Entzündungshemmung in den Bronchien
    Auch diese Medikamente werden meist inhaliert, damit sie genau dorthin gelangen, wo sie wirken sollen. Bereits kleine Mengen des Wirkstoffs reichen aus, um eine gute Wirkung zu erzielen. Das massive Überschreiten der empfohlenen Dosis kann das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen.

Entzündungshemmende Schmerzmedikamente (z.B. gegen Kopfschmerzen oder rheumatische Krankheiten) sind für die Behandlung eines Asthma-Anfalls ungeeignet und können unter Umständen die Beschwerden sogar verschlimmern!


Damit die inhalierbaren Medikamente ihre volle Wirkung entfalten können, müssen die Betroffenen zuerst die richtige Inhalationstechnik lernen. Erste Ansprechperson ist die Hausärztin oder der Hausarzt. Zusätzlich organisieren kantonale Lungenligen gezielte Schulungen für Asthmatikerinnen und Asthmatiker.

Alltagstipps

Allergene meiden, Asthma-Anfällen vorbeugen

Indem Asthmatikerinnen und Asthmatiker den Allergenen aus dem Weg gehen, können sie die Beschwerden mindern und den Medikamentengebrauch reduzieren.

Pollenallergie

Durch die Einschränkung der Aktivitäten bei sonnigem und windigem Wetter während der Pollenflugzeit kann die Pollenbelastung verringert werden. An sonnigen und trockenen Tagen sollten die Fenster des Schlafzimmers geschlossen sein und nur zum Lüften kurz geöffnet werden. Pollenschutzgitter, die ins Fenster gespannt werden, können dazu beitragen, dass weniger Pollen nach innen gelangen. Das Tragen einer Sonnenbrille mit Seitenschutz kann eine gewisse Linderung für die Augen bringen. Am Abend sollten die Haare gewaschen werden, damit die Pollen, die sich tagsüber in den Haaren verfangen haben, nachts nicht über das Kopfkissen in die Nase oder die Augen gelangen. Kinder mit einer Pollenallergie, die ihr Asthma nicht ausreichend kontrollieren können, sollten vom Turnen im Freien befreit werden.

Ambrosia

Der Blütenstaub der aus Nordamerika eingeschleppten Ambrosia-Pflanze kann starke Allergien auslösen. Die Symptome einer Ambrosia-Allergie gleichen denjenigen einer Gräserallergie: triefende, juckende Nase und tränende, geschwollene Augen, Atemnot oder Asthma-Anfälle.
Die Ausbreitung der Ambrosia bedeutet ein ernst zu nehmendes gesundheitliches Risiko für Allergikerinnen und Allergiker. Die Pflanze, deren Blütezeit von Anfang August bis Ende September dauert, wird deshalb vielerorts bekämpft.

Hausstaubmilbenallergie

Tipps, wie der Hausstaubmilbenallergie vorgebeugt werden kann:

  • Die Raumtemperatur sollte zwischen 19 und 20°C in den Wohn- und etwa 18°C in den Schlafräumen betragen.
  • Die Luftfeuchtigkeit sollte unter 50 Prozent liegen, was sich durch häufiges Lüften erreichen lässt. Ausserdem gibt es elektrische Entfeuchter, die die Luftfeuchtigkeit reduzieren.
  • Im Schlafzimmer helfen milbendichte Überzüge für Matratzen, Kissen und Duvets. Moltondecken und die Bettbezüge sollten einmal pro Woche bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
  • Etagenbetten sind wegen der grossen Staubbelastung im unteren Bett nicht zu empfehlen.
  • Staubfänger wie schwere Vorhänge, Wandbehänge oder nicht waschbare Stofftiere sind möglichst aus dem Schlafzimmer zu entfernen.
  • Bodenbeläge wie Parkett, Linoleum oder Kacheln sind besser als Teppiche.
  • Staubsaugen in Gegenwart einer Allergikerin oder eines Allergikers sollte unterlassen werden. Staubsauger müssen mit einem HEPA-Filter ausgerüstet sein.
  • Luftreiniger können die Hausstaubmilbenbelastung zusätzlich reduzieren.
  • Ferien in sonnigen Lagen im Hochgebirge sind vorteilhaft, da die Zahl der Milben in Höhenlagen über 1200 Meter über Meer deutlich geringer ist.


Mehr Informationen finden Sie in unserer Broschüre «Wohnen mit allergischem Asthma».

Allergien auf Tierhaare

Genau genommen sind nicht die Tierhaare Allergie-auslösend, sondern bestimmte Eiweisse aus dem Speichel von Katzen, Meerschweinchen und Hunden, die den Haaren anhaften. Reagiert jemand in der Familie auf diese Tiere allergisch, sollten keine solchen Haustiere gehalten werden. Zumindest sollten diese Tiere nicht in die Wohnräume und vor allem nicht ins Schlafzimmer gelassen werden.

Schimmelpilzallergie

Feuchte oder schimmlige Stellen in der Wohnung müssen saniert werden. Topfpflanzen sollten wegen möglicher Schimmelpilzbesiedelung nicht in den Schlafräumen aufgestellt werden. In feuchten Sommern und im Herbst, wenn gefallenes Laub den Boden bedeckt, nimmt der Gehalt an Schimmelpilzsporen in der Luft im Freien massiv zu.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Asthma bei Erwachsenen

Asthma in der Schwangerschaft – Was muss beachtet werden?

Bei Asthma während der Schwangerschaft gilt die Drittelregel: Ein Drittel der Frauen hat weniger Symptome, ein Drittel hat gleich viele wie zuvor und ein Drittel hat mehr Symptome und benötigt eine intensivere Therapie. Ziel der Behandlung des Asthmas während der Schwangerschaft ist, dass Anfälle unbedingt vermieden werden und wenn immer möglich Beschwerdefreiheit erzielt wird. Das werdende Kind ist durch plötzlichen Sauerstoffmangel bei Asthma-Anfällen gefährdet, hingegen nicht durch die üblichen Asthma-Medikamente. Natürlich muss die Asthma-Therapie bei einer Schwangerschaft immer mit der Ärztin oder dem Arzt abgesprochen werden, damit die als sicher geltenden Medikamente verschrieben werden können.

 

Auf grosser Reise

Asthma-Betroffene können in den meisten Fällen reisen, ohne sich bezüglich Destinationen einschränken zu müssen. Allerdings ist es bei entsprechenden Allergien sinnvoll, Ziele an denen ein hoher Allergenkontakt zu erwarten ist, zu meiden. Es lohnt sich daher, vorher mit der Ärztin oder dem Arzt über die geplante Reise zu sprechen. Unter Umständen wird gemeinsam ein spezieller Behandlungsplan aufgestellt und werden Notfallmedikamente mitgegeben – beispielweise Kortison in Form von Tabletten.

 

Asthma und Sport

Regelmässiger Sport und körperliche Belastung müssen für Asthmatikerinnen und Asthmatiker kein Tabu sein. Im Gegenteil – denn sie können durch körperliches Training ihre Leistungsfähigkeit verbessern  und ihre Ausdauer steigern.

Vor allem Schwimmen und Ausdauersportarten sind sogar hilfreich in der Asthma-Behandlung. Die Bewegung vermittelt den Betroffenen ein Gefühl der Sicherheit und Kontrolle über ihre Krankheit. Wer den eigenen Körper besser kennt, kann auch Anzeichen einer Verschlechterung frühzeitig wahrnehmen. Stark gechlorte Becken sind zu meiden. Viele öffentliche Bäder werden mit Ozon gereinigt. Da diese Reinigung ausserhalb des Beckens stattfindet, werden die Atemwege nicht gereizt.