Die Angst vor kortisonhaltigen Medikamenten rührt daher, dass es früher nur Medikamente in Tablettenform gab, welche eine Wirkung auf den ganzen Körper zeigten und beim Langzeitgebrauch zu Nebenwirkungen, wie Gewichtszunahme, Ausbildung eines runden Gesichtes, später Hautveränderungen und Knochensubstanzverlust (Osteoporose) geführt haben. Heute können wir die kortisonhaltigen Medikamente inhalieren. Sie entfalten nur noch eine lokale Wirkung. Da wir sie direkt an den Ort der Entzündung hinbringen können, konnte die Dosis um ein Vielfaches gegenüber der üblichen Dosis bei Tabletten reduziert werden. Damit lassen sich beim Langzeitgebrauch dieser inhalierbaren kortisonhaltigen Medikamente die obgenannten Nebenwirkungen vermeiden. Es gilt, dass dabei eine wirksame aber möglichst kleine Dosis als Langzeittherapie gewählt wird. Damit tritt auch keine Wachstumsverzögerung beim Kind und Jugendlichen auf.
Du kannst deine Atemfunktion mit Hilfe eines peak-flow-Meters selber monitorisieren. Damit bekommst Du ein Instrument in Deine Hand, mit dessen Hilfe du deine Therapie auch anpassen kannst. Diese Therapierichtlinien können mit der Ärztin oder dem Arzt mit Hilfe eines Aktionsplanes festgelegt werden. Dies verhilft zu mehr autonomen Handeln! Ärztliche Konsultationen mit Messung der Lungenfunktion haben zum Ziel die Therapie zu optimieren und den Aktionsplan falls nötig zu modifizieren. Sie sollen Dir im Management des Asthmas helfen.
Die Berufswahl kann durch das Asthma und die vorbestehenden Allergien eingeschränkt sein (z.B. einige Berufe im Freien bei Pollenallergie, Berufe mit Tieren bei Milben- oder Tierhaaarallergie).Daneben gibt es eine Anzahl Berufe, bei denen unspezifische Reize das Asthma verschlimmern können. Beispielsweise die Staubentwicklung am Arbeitsplatz, oder Dämpfe und Räuche, gelegentlich auch Gerüche, denen Du ausgesetzt bist. Informiere Deine Ärztin oder Deinen Arzt frühzeitig über Deine Berufspläne damit er Dich beraten kann. Auch der arbeitsmedizinische Dienst der SUVA informiert Dich gerne ob bei einem Beruf besondere Gefährdungen für Asthmatikerinnen oder Asthmatiker bestehen. Bei jeder Berufsausübung gilt es - für Gesunde wie Asthmabetroffene die empfohlenen Schutzmassnahmen einzuhalten. Sie wurden auf Grund von Erfahrungen und wissenschaftlichen Untersuchungen zu Deinem Schutz erarbeitet! Hinweise findet man dazu unter www.suva.ch.
Besprich dies unbedingt mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt. Möglicherweise realisieren diese nicht, dass Du rauchst! Sie oder er kann dir eine Betreuung und Ausstiegshilfen anbieten, die Deine Chance deutlich erhöhen, das Rauchen aufzugeben. So gibt es neu eine Tablette, die die Entzugssymptome mildert. Zusätzlich können auch Nikotinersatzhilfen vorübergehend helfen. Das Wichtigste ist jedoch Deine Bereitschaft dazu!
Kurzfristig bist Du durch akute Asthmaanfälle gefährdet. Asthmaanfälle können ein derartiges Ausmass annehmen, dass die Sauerstoffversorgung des Körpers nicht mehr gewährleistet ist. Die Organe leiden an akutem Sauerstoffmangel. Häufig ist dann eine Hospitalisation nötig. Leider versterben auch in der Schweiz jedes Jahr einige Patientinnen und Patienten an Asthma. Dies kann vermieden werden. Langfristig wird die chronische Entzündung der Schleimhaut durch das Asthma zu einem Umbau - wir nennen dies Remodeling – Deiner Bronchien führen, ähnlich einer fortschreitenden Vernarbung, die deine Luftwege bleibend verengen. Die Atemkapazität nimmt laufend ab. Deine körperliche Leistungsfähigkeit sinkt! Aus diesem Grund ist die konsequente Behandlung der Asthma-Entzündung so wichtig.
Leider bisher noch nicht. Spontanheilungen sind möglich (siehe vorhergehende Frage), jedoch nicht als direkte Folge von Therapien. Die Heilung tritt also nicht durch ärztliche Behandlung oder Therapien ein!
Asthma, das in der Kindheit auftritt, kann in ca. 40-50 Prozent in der späteren Jugendzeit bis im Erwachsenenalter spontan verschwinden. Gelegentlich tritt es im späteren Erwachsenenalter wieder auf. Beim Erwachsenen ist die Chance gering, dass das Asthma ausheilt.
Nein! Bei Betroffenen mit bekanntem Asthma können psychische Faktoren (Stressreaktionen, Angst, traurige Stimmung) die Asthma-Symptome verstärken, vergleichbar einem Schmerz den Du bei einem freudigen Ereignis weniger verspürst als wenn Du noch gleichzeitig Angst hast oder deprimiert bist.
Es können Allergene sein, Substanzen, die bei dir eine asthmaspezifische Entzündungsreaktion in den Bronchien auslösen können wie z.B. Milben, Tierhaare (Katzen, Hunde, Meerschweinchen, Zwerghasen, Vögel) oder Blütenpollen. Seltener sind Allergene im Beruf (z. Bsp. bei Bäckerin oder Bäcker, Malerin oder Maler etc.) verantwortlich. Unspezifische Reize können bei Überempfindlichkeit der Bronchien auf einem nicht allergischen Weg Asthmasymptome auslösen. Typische Auslöser sind: Zigarettenrauch, Stress, körperliche Anstrengungen vielfach in kalter trockener Luft, Infektionen (Grippe) oder seltener Medikamente (vor allem Schmerzmittel wie Aspirin).
Folgende Symptome sind typisch:
- Atemnot, gelegentlich mit pfeifendem Atemgeräusch, Atembeklemmung und Kurzatmigkeit z.B. bei Anstrengungen oder nachts
- Husten, häufig anfallartig, tagsüber wie auch nachts
- Fehlende Leistungssteigerung im Sport verbunden mit Husten bei Sport
- Erstickungsanfälle, die plötzlich auftreten.
Diese Symptome treten häufig in wechselndem Ausmass ganzjährig wie auch nur zu bestimmten Zeiten auf. Zwischen Episoden können auch lange Intervalle ohne Symptome bestehen.
Erarbeitet durch die Lungenliga beider Basel
Jeden Dienstag 17-19 Uhr beantworten Ärztinnen und Ärzte Ihre Fragen zu Lunge und Atemwegen. Eine kostenlose Dienstleistung der Lungenliga.