Die einzige Massnahme, die langfristig wirkt und der Krankheit Einhalt gebietet, ist der Rauchstopp. Schon frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Verlauf einer COPD viel schneller und schwerer erfolgt, wenn die Patientinnen und Patienten weiter rauchen. Wenn aber konsequent aufs Rauchen verzichtet wird, sind die Prognosen dank den heutigen Behandlungsmethoden deutlich besser als noch vor wenigen Jahren. Die wichtigsten Massnahmen sind:
Es existieren sehr wirksame Medikamente, die die Entzündung in den Bronchien hemmen, die Verengungen der Bronchien erweitern und die Produktion von Schleim stoppen. Sie sind die Basis der Behandlung.
Bei Betroffenen, bei denen bereits zu viel Lungengewebe zerstört worden ist und die nicht mehr in der Lage sind, genügend Sauerstoff aufzunehmen, ist die Langzeitsauerstofftherapie eine Massnahme, die zur Besserung der Lebensqualität und zu höherer Lebenserwartung beiträgt.
Geeignete Patientinnen und Patienten können auch einer Operation zugeführt werden. Dabei werden nicht mehr funktionsfähige Teile von der überblähten Lunge entfernt. Die Restlunge bekommt dadurch mehr Platz und kann sich im Brustkasten besser entfalten. Sie leistet dann bessere Arbeit. Eine solche Operation muss gut geplant sein und von einem erfahrenen Team durchgeführt werden.
Die pulmonale Rehabilitation ist die moderne Massnahme, die allen Betroffenen mit COPD zur Verfügung steht. Sie wird im Team von verschiedenen Spezialisten durchgeführt. Fachleute aus verschiedensten medizinischen Disziplinen arbeiten Hand in Hand. Chronische Patientinnen und Patienten haben nicht nur körperliche, sondern auch seelische Beschwerden. Die chronische Atemnot führt oft auch zu Ernährungsproblemen. Die COPD-Betroffenen haben Mühe, genügend Kraft aufzubringen, um zu essen und die Nahrung gut zu kauen. Oft sind auch soziale Probleme Folge der Krankheit, so dass auch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Behandlungsteam mitarbeiten. Die pulmonale Rehabilitation kann, je nach Schwere der Erkrankung, stationär oder ambulant durchgeführt werden. Die entsprechenden Programme sind alle von der Schweizerischen Gesellschaft für Pneumologie akkreditiert. Es gelten strenge Qualitätsrichtlinien. Die pulmonale Rehabilitation wird von der Grundversicherung nach vorgängiger Kostengutsprache bezahlt.
Grund zur Hoffnungslosigkeit besteht nicht mehr. Auch Betroffene mit einer schweren COPD können vom Behandlungsangebot, wie es heute zur Verfügung steht, profitieren. Damit wird die Lebensqualität verbessert und die Lebenserwartung erhöht.
Pneumologische Rehabilitationsmassnahmen haben sich als wirkungsvoll erwiesen. Deshalb entschloss man sich, eine grosse Schweizer Untersuchung durchzuführen, die den Namen SOPRE (Swiss Study On Pulmonary Rehabilitation after Exacerbation) trägt. Dabei werden an verschiedenen Orten in der Schweiz Patientinnen und Patienten mit COPD in eine Untersuchung aufgenommen, die die Massnahmen wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit überprüft. Die Betroffenen werden entweder sofort nach einer akuten Verschlechterung oder einige Wochen nach Stabilisierung in ein Rehabilitationsprogramm aufgenommen. Mit dieser Untersuchung möchte man den optimalen Zeitpunkt für eine pulmonale Rehabilitation herausfinden. Die Lungenliga Schweiz und die kantonalen Lungenligen unterstützen diese Untersuchung, welche vom Horten Zentrum der Universität Zürich geleitet und in allen Regionen der Schweiz durchgeführt wird. Namhafte Fachleute in allen Studienzentren sind dafür besorgt, dass die Behandlung der COPD verbessert, die Überlebenschancen der Patientinnen und Patienten vergrössert und die Lebensqualität gesteigert werden kann.
Dr. Werner Karrer, Chefarzt Luzerner Höhenklinik Montana
Quelle: vivO2 Nr. 5/2006