Accesskeys und Sprunglinks

Sie sind hier: Lungenliga » Krankheiten » COPD » Patientenporträts » Emanuel Jauslin

Wenn der Wille neue Kräfte mobilisiert

Auf den ersten Blick versprüht der 61-jährige COPD-Patient Emanuel Jauslin Optimismus und Dynamik. Aber erstens ist das nicht immer so und zweitens arbeitet er hart an sich und seiner Gesundheit, damit er den derzeitigen Zustand möglichst lange erhalten kann.

Fast rund um die Uhr führt ein kleiner Schlauch Sauerstoff in seine Luftwege. Um seine Atemwege freizuhalten, inhaliert er zweimal täglich und nimmt nach einem minutiösen Plan seine Medikamente ein. Mit Krafttraining, Atemübungen, Physiotherapie und täglicher Bewegung trainiert er seinen Körper und stärkt seine Atemmuskulatur. Emanuel Jauslin hat damit Erstaunliches erreicht.

 

Die Probleme begannen vor 20 Jahren

Der gelernte Tiefbauzeichner und Bautechniker spezialisierte sich ziemlich rasch auf Umwelttechnik, gründete 1975 ein eigenes Unternehmen und machte sich im Laufe der Jahre einen ausgezeichneten Namen. «Natürlich schützte ich mich in den ersten Jahren zu wenig und belastete meine Gesundheit bei der Sanierung von kontaminierten Böden. Zudem hatte ich schon in der Realschule angefangen zu rauchen.» Bei einem Radio-Interview 1985 spürte er zum ersten Mal Probleme mit seiner Lunge. «Grosse Sorgen machte ich mir damals nicht. Als Raucher war ich eben ein bisschen weniger fit als andere.» Aber die Beschwerden verstärkten sich laufend. «Besonders beim Treppensteigen litt ich unter Atemnot, wollte aber auf keinen Fall, dass andere das merkten. Folglich bewegte ich mich weniger, telefonierte mehr. Lange Sitzungen wurden zum Gewaltakt, plötzlich war mein Kopf leer und ich konnte mich überhaupt nicht mehr konzentrieren.»

Diagnose COPD

1999 war sein Zustand so schlecht, dass er nur noch 500 Meter gehen konnte, dass ihn 10 Meter Höhenunterschied völlig erschöpften. «In den folgenden Jahren konsultierte ich verschiedene Ärzte. Nach und nach erfuhr ich, dass ich nicht nur an COPD und einem Lungenemphysem leide, sondern auch an Diabetes und an einem Schlafapnoe-Syndrom.» 2003 bekam Jauslin Sauerstoff und ab 2004 flüssigen Sauerstoff, mit dem er sich auch ausserhalb seiner Wohnung bewegen kann. Weil er die Inhalation über die Sauerstoffbrille nicht ertrug, wurde ihm ein Katheter implantiert, der den Sauerstoff direkt in die Luftröhre leitet. Mit fast unglaublicher Energie, Willenskraft und Motivation setzt Emanuel Jauslin alles daran, um seinen derzeitigen Zustand zu erhalten. «Der wichtigste Erfolgsfaktor ist eiserne Disziplin, die Kraft, die tägliche Motivation für ausserordentliche Leistungen zu finden. Jeden Tag mache ich einen längeren Spaziergang und viermal pro Woche trainiere ich hart, einmal wöchentlich gehe ich zur Physiotherapeutin für Atemschulung und Atemtechnik. Ich habe mir alle notwendigen Messgeräte beschafft und kann den Erfolg sofort messen. Das motiviert enorm, verbessert das Wohlbefinden und das seelische Gleichgewicht. Mein Hausarzt glaubte zuerst nicht an meinen Durchhaltewillen. Aber dem habe ich es schön gezeigt!»

„Meine sozialen Kontakte leiden.“

Wie «normal» ist Jauslins Leben heute? «Jetzt kann ich zum Beispiel wieder zwei Stunden wandern. Aber im Vergleich zu jungen Jahren bin ich sehr eingeschränkt, zu wenig belastbar und gemäss IV auch nur noch 12 Prozent arbeitsfähig. Meine sozialen Kontakte leiden. Viele Freunde leben zu weit entfernt, als dass ich sie besuchen könnte. Am Abend bin ich oft müde. Mein Zustand ist so wenig voraussehbar, dass ich keine Besuche von Bekannten oder Veranstaltungen planen kann. Bei feuchtem Wetter leide ich unter Depressionen.»

 

„Rundherum fühle ich mich optimal betreut, auch von der Lungenliga.“

Aber Emanuel Jauslin bleibt optimistisch. «In meinem Leben kann ich noch einiges verbessern. Sobald die Schlafapnoe-Therapie und meine Qi-Gong-Übungen richtig greifen, nimmt mein Wohlbefinden bestimmt weiter zu. Ich werde weitere geschäftliche Aufgaben meinem Sohn übergeben. Singen werde ich nie mehr können, aber ich habe mir eine Querflöte gekauft und das Spielen erfüllt mich sehr. Rundherum fühle ich mich optimal betreut, auch von der Lungenliga. Jetzt habe ich sogar so viel Mut, dass ich für diesen Winter eine längere Reise mit meiner Frau plane.»

 

Peter Wilhelm, Hellwach i.E.

Nach oben Nach oben

Broschüren
Kurse
Selbsthilfe

Möchten Sie über Ihre Erfahrungen sprechen oder Tipps austauschen?

Selbsthilfegruppen

ERFA-Gruppen

In den Medien

Puls vom 5.12.2011:

Atmen wie durch einen Strohhalm

 

10vor10 vom 16.11.2011:

Wenn der Atem pfeift

 

Tele Top vom 10.3.2011:

"COPD - Raucherkrankheit
Nr. 1"

Lungentelefon
Lungentelefon 0800 404 800

Jeden Dienstag 17-19 Uhr beantworten Ärztinnen und Ärzte Ihre Fragen zu Lunge und Atemwegen. Eine kostenlose Dienstleistung der Lungenliga.

Facebook