Auch Menschen, die auf eine Sauerstofftherapie angewiesen sind, können reisen – sei es in der Schweiz oder auch ins Ausland. Die Lungenliga baut ihr Netz an Sauerstoff-Tankstellen weiter aus und vereinheitlicht das Anschlusssystem.

Zusätzlicher Sauerstoff ist bei schweren Lungenkrankheiten nicht nur lebensverlängernd, er erhöht auch die Lebensqualität: Die Betroffenen können sich leichter bewegen und ihr Leben selber gestalten. Und doch beschränkt sich die Mobilität für die meisten auf kurze Spaziergänge oder den Arztbesuch. Die Lungenliga hat sich zum Ziel gesetzt, die Mobilität der Betroffenen zu verbessern und auch längere Reisen zu ermöglichen.
Wer Flüssigsauerstoff benötigt, kann seinen mobilen Tank kostenlos in 18 Städten auffüllen. Dieses «Tankstellen»-Netz wird ständig erweitert. Die Tankstellen befinden sich an gut zugänglichen Orten in der Nähe von Bahnhöfen oder in Spitälern. Die Betroffenen oder ihre Begleitpersonen müssen die Behälter selbst füllen können. Damit das noch einfacher geht, wird es in der Schweiz künftig nur noch ein einziges Anschlusssystem geben.
Die Sauerstofftherapie ist auch für Auslandsreisen kein Hindernis. Die Lieferanten sind entweder im Ausland tätig oder haben dort Partner, die die Lieferung während des Auslandsaufenthaltes übernehmen. Für organisatorische Fragen sowie die Möglichkeiten der Kostenübernahme sind die kantonalen Lungenligen oder der Lieferant die Ansprechpartner.
Die Lieferanten liefern Flüssigsauerstoff in der Schweiz an den Ferienort – bei der ersten Ferienreise im Jahr sogar ohne Aufpreis. Wer eine Reise plant, sollte sich also rechtzeitig mit der kantonalen Lungenliga oder dem Lieferanten in Verbindung setzen und die Reisedaten sowie die Ferienadresse bekannt geben.
Sogar Flugreisen sind möglich – allerdings müssen sie sorgfältiger geplant werden als bei gesunden Menschen. Schliesslich müssen die Betroffenen während des ganzen Fluges ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Überdies ist ein ärztliches Schreiben für Flugtauglichkeit nötig. Ob man die eigene Sauerstoffquelle mit ins Flugzeug nehmen und auch während Start und Landung verwenden kann, regeln die Fluggesellschaften. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel keine Kosten für die Sauerstoffversorgung während einer Flugreise. Wer eine solche Reise plant, sollte sich daher auch über die Kosten gut informieren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der European Lung Foundation.
Ob Flug, Busreise, Zug- oder Autofahrt – der portable Konzentrator ist in vielen Fällen eine Alternative zum Flüssigsauerstoff. Er wird an eine Steckdose angeschlossen oder mit einer Batterie betrieben und ist auf diese Weise überall einsatzbereit. Ein kleiner Nachteil ist die Lärmentwicklung. Doch nehmen die meisten Betroffenen dieses «Übel» zugunsten der hohen Flexibilität gerne in Kauf.
Betroffene und Angehörige kommen in einem unbeschwerten Rahmen in den Genuss von Erholungstagen. Die Lungenliga übernimmt die Organisation der Sauerstoffversorgung der Betroffenen während der Anreise und am Durchführungsort. Gymnastik und Atemtherapie gehören ebenso zum Programm wie Informationen und Austausch über die Bewältigung des Alltags mit der Sauerstofftherapie.
Termine und Ziele der nächsten Reisen finden Sie hier.
Auch mit Sauerstofftherapie ist bezüglich Ausflügen und Reisen vieles möglich. Allerdings müssen die Reisen sorgfältig geplant werden, was entsprechend Zeit in Anspruch nimmt. Es empfiehlt sich daher, die kantonale Lungenliga rechtzeitig über den Ferienwunsch zu informieren.
Roswitha Menke,
Texterin, Bern
Jeden Dienstag 17-19 Uhr beantworten Ärztinnen und Ärzte Ihre Fragen zu Lunge und Atemwegen. Eine kostenlose Dienstleistung der Lungenliga.