Das Lungenemphysem ist eine krankhafte und unheilbare Überblähung der Lunge. Es handelt sich um eine zunehmende Zerstörung des elastischen Stützgewebes, die zur Überdehnung und Erweiterung der Lungenbläschen (Alveolen) führt. Dadurch kommt es zu einer Erschlaffung und Instabilität des Lungengerüstes mit Kollapsneigung der Atemwege, was die Atmung erschwert und behindert.
Mit fortschreitender Krankheit bilden sich aus vorher funktionstüchtigen Lungenbläschen zunehmend grosse, funktionslose Emphysemblasen (siehe Abbildung unten). Dadurch verringert sich die funktionsfähige Oberfläche der Lunge, sodass der Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlensäure zunehmend behindert wird. Dies mündet schliesslich in schwere Atemnot und Sauerstoffmangel.

Das Lungenemphysem entsteht meist als Folge einer andauernden inhalativen (durch Einatmen) Schadstoffbelastung, am häufigsten durch das Rauchen. Es gibt aber auch genetische (erbliche) Defekte des Stoffwechsels, welche die Bildung des Emphysems begünstigen können. So insbesondere der Mangel an Alpha-1-Antitrypsin, einem körpereigenen Protein, das den Abbau von elastischem Bindegewebe in der Lunge verhindert. Ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel ist jedoch selten.
Das Hauptsymptom des Emphysems ist die Atemnot, die langsam – oft über Jahre hinweg – immer stärker wird. Im Laufe der Zeit „überbläht“ sich die Lunge. Die Betroffenen fühlen sich „atemlos“. Das ist auch äusserlich sichtbar: Sie atmen oft durch gepresste Lippen aus („Lippenbremse“), der Brustkorb wird kurz und breit (Fassthorax) und ist in seiner Beweglichkeit stark eingeschränkt.
Wenn die Atembehinderung weiter zunimmt, werden aufgrund des Sauerstoffmangels im Blut Lippen und Nagelbetten bläulich verfärbt. Die Atemnot beeinträchtigt den Allgemeinzustand erheblich, das Herz wird überlastet und die Betroffenen sind körperlich geschwächt. Soziale Isolation und psychische Probleme sind weitere gravierende Folgen.
Das Lungenemphysem kann als eine Form der COPD auftreten, doch es kann auch vorkommen, dass die Betroffenen nicht unter Husten und Auswurf sondern ausschliesslich unter Atemnot leiden. Die Veränderungen des Lungengewebes können indessen nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Die Diagnose des Lungenemphysems erfolgt durch die Erfassung der typischen Symptome und durch die klinische Untersuchung. Im Thorax-Röntgenbild zeigt sich dann die überblähte Lungenstruktur. Und die Lungenfunktionsprüfung dokumentiert den Schweregrad der Atembehinderung. Bei Verdacht auf einen genetischen Defekt (Alpha-1-Antitrypsin-Mangel) ist ein Bluttest erforderlich.
Warten auf das zweite Leben
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