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«Ich schwebte beim Autofahren ständig in Lebensgefahr.»

Extreme Tagesmüdigkeit und Sekundenschlaf- Intervalle am Lenkrad: Manfred Siegenthaler (49) ging ein grosses Verkehrsunfall-Risiko ein. Er berichtet, wie sein Schlafapnoe- Syndrom entdeckt wurde und wie ihm geholfen werden konnte.

Lungenliga: Herr Siegenthaler, Sie wirken topfit, sportlich, kerngesund. Kein Mensch würde vermuten, dass Sie ein gesundheitliches Problem haben.

Gesundheitliche Probleme habe ich seit über einem Jahr keine mehr. Mir konnte medizinisch geholfen werden. Vielleicht bin ich ein atypischer Schlafapnoe-Patient, weil ich nicht übergewichtig bin und dem Alkohol jederzeit entsagen kann.

Lungenliga: Sie wechselten den Beruf vom gelernten Forstwart zum Aussendienst-Mitarbeiter. Ergaben sich dadurch Probleme?

Irgendwie muss man sein Geld verdienen, wenn man verheiratet ist, drei Kinder hat und ein eigenes Häuschen besitzt, deshalb wechselte ich den Job. Über Jahre hinweg hatte ich keinerlei Schweirigkeiten, obschon ich viel Auto fahren musste. Aber eines Tages stellte ich fest, dass ich am Lenkrad mehrmals in den Sekundenschlaf fiel. Ich bin jeweils masslos erschrocken. Dies wiederholte sich und führte bei mir zu Angstzuständen. Es ist Gott sei Dank nie etwas passiert.

 

Lungenliga: Da mussten Sie doch sofort Abhilfe schaffen?

In der Kulturkommission im solothurnischen Recherswil vernahm ich glücklicherweise vor über einem Jahr, dass eines der Mitglieder an ähnlichen Symptomen litt und seither mit einem Atemgerät schläft.

 

Lungenliga: Sprachen Sie ihn darauf an?

Ja. Ich erzählte ihm von meinen Sekundenschlaf- Anfällen im Auto und von anderen Symptomen: Kaum Tiefschlaf, extremes Schnarchen, viele Atemaussetzer in der Nacht, die vor allem meine Frau beunruhigt haben. Sehr besorgt war ich über meine unerklärlich hohe Tagesmüdigkeit. Sie führte dazu, dass ich oft nach dem Mittagessen beim Lesen der Zeitung am Tisch eingenickt bin.

 

Lungenliga: Wie haben Sie sich das erklärt?

Ich dachte, der Körper werde belastet durch das Essen und wenn man gegen die 50 geht, brauche man ein Mittagsschläfchen. Aber als normal empfand ich das nie.

Lungenliga: Was haben Sie danach unternommen?

Mir wurde dringend geraten, einen Lungenspezialisten zu konsultieren. Tests in der Klinik ergaben dann, dass mein Zustand der mangelnden Sauerstoffaufnahme beim Schlafen operativ nicht zu verbessern ist und mir nur durch Überdruckbeatmung mit Nasenmaske geholfen werden kann. Die Lungenliga versorgte mich mit dem Atemgerät. Das war anfänglich sehr gewöhnungsbedürftig, aber nun bin ich am Morgen ausgeruht und voller Tatendrang.

Lungenliga: Seither dürfen Sie die Dienste der Lungenliga permanent in Anspruch nehmen?

Ja, dort werde ich immer sehr gut aufgenommen. Der Service mit Lieferung von Gerät und Ersatzteilen funktioniert bestens. Die halbjährlichen Kontrollen werden organisiert und die Verrechnung mit der Krankenkasse verläuft ohne mein Zutun. Das ist sehr komfortabel.

 

Lungenliga: Stört Sie oder Ihre Frau das leise Geräusch des Atemgerätes in der Nacht?

Nein. Ich empfinde das Säuseln wie das ferne Rauschen eines Wildbaches… Es ist, als ob ich in Wengen den Staubbach im Lauterbrunnental hören würde. Für meine Frau ist es ein Segen, dass das Schnarchen wegfällt.

 

Lungenliga: Kennen Sie inzwischen mehrere «Leidensgenossen»?

Ja, im 1650-Seelen-Dorf Recherswil kenne ich einige Einwohner, die ein Atemgerät benützen. Allein im Jodlerklub sind wir zu viert in dieser Situation. Wir tauschen unsere Erfahrungen aus und fühlen uns dadurch mit unserem Problem nicht alleine.

 

Interview: Rolf Mühlemann

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