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«Wo ist der nächste Baum zum Ausreissen?»

Viele Männer schnarchen. Michael Meni (47) schnarchte so laut, dass seine Familie nicht mehr schlafen konnte. Und er hatte Atemaussetzer. Die Handyaufnahmen, die seine Frau eines Nachts machte, bewegten ihn zum Arztbesuch. Die Diagnose: Schlafapnoe.

Sie kam schleichend. Michael Meni tat sie, auch in Anbetracht seines erhöhten Blutdrucks, als Alterserscheinung ab: die Müdigkeit. Denn geschlafen hatte er immer gut. Dachte er. «Als sich meine Frau, meine Kinder und auch Bekannte beklagt haben, sie könnten wegen meines Schnarchens nicht schlafen, dachte ich, sie übertreiben. Manchmal machte ich mich sogar lustig darüber», erinnert sich Michael Meni. Sein Schnarchen war so laut, dass seine Frau Eveline ab und zu in einem anderen Zimmer schlief. Doch auch hinter geschlossenen Türen war das Schnarchen zu hören. Eine grosse Belastung für die Familie. Besonders für die beiden älteren Söhne Lars (15) und Jano (14), die zur Schule mussten.

Immer müder und müder

Michael Meni ist gross und korpulent. Er legt täglich 70 Kilometer mit dem Auto zurück und hat einen anspruchsvollen Beruf. Auch zu Hause ist beim dreifachen Vater immer viel los. Etwa neun Monate vor der Diagnose begann Michael Meni auf der Arbeit über den Mittag ein Nickerchen zu machen. «Plötzlich fiel mir auf, dass es ohne meinen Mittagsschlaf gar nicht mehr ging. Aber dass ich mich ärztlich durchchecken lassen sollte, wurde mir erst bewusst, als mir meine Frau die Handyaufnahmen vorspielte.» Eveline Meni hatte die Geräusche ihres Mannes nachts mit dem Handy aufgenommen, um ihn auf sein Schnarchen und die Atemaussetzer aufmerksam zu machen. Sie erinnert sich: "Es war schlimm". Zuerst konnte ich nicht schlafen, weil er schnarchte. Dann konnte ich aus Angst nicht mehr schlafen, weil er nicht mehr atmete. Oft dauerten die Aussetzer über eine Minute.» Die Konfrontation mit seinem Schnarchen und seinen Atemaussetzern rüttelte Michael Meni im wahrsten Sinne des Wortes wach. Er ging sofort zum Arzt und wurde zur Untersuchung an ein Schlaflabor überwiesen.

Die Tests im Schlaflabor brachten Klarheit: Michael Meni hatte bis zu 33 Atemaussetzer pro Stunde. Der längste dauerte 85 Sekunden. Die Ärzte erklärten ihm, sein Körper befinde sich nie im Tiefschlaf und würde sich gar nicht erholen können. Weiter steige als Folge der Schlafunterbrüche der Blutdruck auf 180 mmHg, was weit über dem gesunden Mass liegt.

Früherkennung verhindert Folgen

Für Michael Meni gab es verschiedene Therapiemöglichkeiten, die in Frage kamen. «Für mich war aber klar: ich will keinen operativen Eingriff. Daher entschied ich mich von Anfang an für die CPAPTherapie. » Dabei leitet ein Gerät einen dauernden, sanften Luftstrom in eine Nasenmaske, die jede Nacht getragen wird. Dank dieses Luftstroms bleiben die Atemwege offen und die Betroffenen können während des Schlafens frei atmen. «Ich hatte absolut keine Probleme, mit der Maske zu schlafen. Ich wachte um 5.30 Uhr auf und fühlte mich so erholt, dass ich dachte: Wo ist der nächste Baum, den ich ausreissen kann?» Er wusste nicht mehr, wie es ist, ausgeschlafen aufzuwachen.

Schlafapnoe-Betroffene können die erforderlichen Geräte und Materialien für die Therapie bei der Lungenliga beziehen. Bei Problemen können sie auf kompetente Unterstützung zählen. «Der Service der Lungenliga ist einfach spitze», lobt er die Organisation. Von seiner ersten Maske bekam er einen Ausschlag im Gesicht. «Daraufhin hat mir die Lungenliga andere Modelle empfohlen und jetzt habe ich eine passende Maske.» Und wenn Michael Meni ein Ersatzteil braucht, wird es ihm innert weniger Tage nach Hause geschickt. «Die Geräte kommen sogar mit internationalen Zollpapieren. Das System ist extrem durchdacht und das macht es uns Betroffenen viel einfacher», erklärt er. «Ich fühle mich von der Lungenliga ernst genommen, einmal pro Jahr habe ich einen Termin mit meiner Betreuerin. »

«Ich bin wahnsinnig froh und dankbar, dass meine Frau gehandelt hat», erzählt Michael Meni und lehnt sich nachdenklich in seinen Stuhl zurück. Er erlebt Schlafapnoe als Thema, über das nur selten gesprochen wird. Das fällt ihm besonders seit seiner eigenen Diagnose auf. «Fast jeder Mann schnarcht. Da kommt man gar nicht auf die Idee, dass das andere Ursachen haben könnte.» Mit Kollegen und Bekannten, welche über ähnliche Symptome klagen, sucht er aktiv das Gespräch und klärt über die Krankheit auf. Einerseits, weil sie relativ einfach zu behandeln ist. Andererseits wegen der Folgen einer unbehandelten Schlafapnoe: Betroffene leiden an extremer Tagesmüdigkeit, an Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Depressionen oder sie gefährden sich und andere, falls sie beim Autofahren in den Sekundenschlaf fallen. Nach und nach treten auch Herz-Kreislauf-Probleme auf. «Um diese Krankheit zu behandeln braucht man nur Luft», meint Michael Meni.

Zurück in ein aktives Leben

Und wie hat Familie Meni das neue «Familienmitglied» aufgenommen? «Das war absolut kein Problem. Das Geräusch des Gerätes ist allemal leiser als das Schnarchen meines Mannes vorher. Wir sind froh, ist wieder Ruhe eingekehrt», erzählt Eveline Meni. Ausserdem sei alles nur Einstellungssache: Dass Michael Meni heute wieder ausgedehnte Spaziergänge mit seinen beiden Hunden machen oder mit Nordic Walking seine Fitness steigern kann, ist viel wichtiger als das Tragen der Maske. Oder das leise Summen des Gerätes.

 

Karina Turek,

Journalistin, Bern

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