Eine Computertomographie beim Churg-Strauss-Syndrom: Trübungen auf beiden Seiten lassen auf eine Entzündung der Eosinophilen des Lungengewebes schliessen (Pfeile).
Das Churg-Strauss-Syndrom ist eine chronische, entzündliche Autoimmunkrankheit, bei der das eigene Immunsystem im Körper grossen Schaden anrichtet. Dieses Syndrom zählt zu einer Gruppe von Gefässentzündungen (Vaskulitis), welche die kleinen Blutgefässe betreffen.
Der Körper schadet sich selbst
Das Churg-Strauss-Syndrom ist eine sehr seltene Krankheit. Jährlich erkranken in der Schweiz etwa 20 bis 30 Menschen daran. Asthmabetroffene trifft es etwas häufiger: von einer Million Asthmatikerinnen und Asthmatikern leiden etwa 65 am Churg-Strauss-Syndrom.
Die genaue Ursache der Krankheit ist noch unbekannt. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die durch eine Infektion oder eine allergische Reaktion hervorgerufen wird. Bestimmte Zellen des Immunsystems ( eosinophile Granulozyten und Lymphozyten) richten sich gegen den eigenen Körper.
Die Krankheit verläuft in drei Phasen
Das Churg-Strauss-Syndrom betrifft in der Regel Menschen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Die Krankheit verläuft oft in drei Phasen, wobei die Krankheitszeichen (Symptome) über die Jahre stärker werden.
Das erste Symptom ist in der Regel ein Asthma, das sehr schwere Formen annehmen kann. Die Patientinnen und Patienten leiden unter Husten und Atemnot. Meistens kommt es noch zu Entzündungen des Nasenraums und der Nasennebenhöhlen sowie zur Bildung von Polypen. Diese Symptome treten jedoch auch bei normalem Asthma auf, was die Diagnose des Churg-Strauss-Syndroms schwierig macht.
Die zweite Phase beginnt häufig mehrere Jahre nach dem Asthma. In dieser Phase kommt es in verschiedenen Organen zu Entzündungen, vor allem in den Lungen (Bild). Zu den weiteren Symptomen zählen Müdigkeit, Gewichtsverlust, Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen.
Die Krankheit kann noch in eine dritte Phase übergehen, die durch die Entzündung der kleinen Blutgefässe (Vaskulitis) gekennzeichnet ist. Dabei können Gefässe von Herz, Verdauungstrakt, Nieren, Nervensystem und Haut geschädigt oder gar verstopft werden. Diese Schäden können lebensbedrohend sein, besonders wenn sie im Herz vorkommen.
Alle drei Krankheitsphasen können sowohl nacheinander ablaufen als auch gleichzeitig auftreten.