Mit einem einzelnen «Genchip» (Originalgrösse 1.2 x 1.2 cm) kann man gleichzeitig die Konzentration von über 20000 Genen messen! (Der Mensch hat je nach Schätzung zwischen 30000 und 40000 Gene). Somit erlaubt die Genchip-Methode das Zusammenspiel der verschiedenen Gene sehr detailliert zu untersuchen und Fehlregulationen bei der Sarkoidose, aber auch anderen Erkankungen zu identifizieren. Das Bild zeigt einen eingescannten Genchip. Darauf erkennbar sind verschieden helle Farbtupfer. Jeder Tupfer entspricht einer Gensequenz. Je heller der Tupfer, desto höher ist die Konzentration dieses Gens. Dabei wird jedes Gen zirka 30-mal gemessen (grössere Vergrösserung als Balken gezeigt), um präziser messen zu können. Die Analyse solcher Datenmengen ist allerdings sehr aufwendig und benötigt spezielle statistische Methoden.
Im Einzelfall kommen sehr unterschiedliche Medikamente zum Einsatz. Bei vielen Betroffenen genügt eine lokale Therapie, z.B. Inhalationen, Augentropfen oder Salben für die Haut. Andere Patientinnen und Patienten benötigen Medikamente, die auch die inneren Organe erreichen. Neben Kortisonpräparaten kommen heutzutage auch eine Serie von Medikamenten zum Einsatz, welche die Vermehrung von Körperzellen, insbesondere der immunologisch bedeutsamen weissen Blutkörperchen, vermindern oder entzündungshemmend wirken. Für sehr hartnäckige Fälle wird neuerdings der Einsatz von TNF-alpha-Blockern – das sind biologische Medikamente, die über einen spezifischen Mechanismus den körpereigenen Botenstoff TNF-alpha hemmen – in Studien erprobt. Obwohl die Kosten letzterer Therapie sehr hoch sind, könnten diese wirksamen Medikamente in naher Zukunft zur Verfügung stehen. Neben der rein medikamentösen Therapie sollte aber nicht ausser Acht gelassen werden, dass sich die Sarkoidose auch auf das Gemüt auswirken kann. Häufig trifft es jüngere Erwachsene bzw. Erwerbstätige, welche voll im Leben stehen und nicht wissen, was auf sie zukommt. Eine entsprechende (psychosoziale) Betreuung/Begleitung zur gegebenen Zeit ist sehr wichtig.
Prof. Dr. med. Martin Brutsche,
Chefarzt Pneumologie, Kantonsspital St. Gallen
für die SIOLD-Arbeitsgruppe