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Besonderes

Wer riskiert eine Ansteckung?

Nur Personen, die engen Kontakt mit einer an Tuberkulose erkrankten Person gehabt haben, können selber erkranken. Meist werden Kinder angesteckt, deren Eltern oder Grosseltern an einer Tuberkulose gelitten haben. Eine erkrankte Person kann aber auch die Partnerin oder den Partner, Angehörige oder Pflegepersonal anstecken.

 

Schätzungen zufolge genügt für eine Ansteckung ein rund zweistündiger Aufenthalt mit einer erkrankten Person in einem ungelüfteten Raum. Aussergewöhnlich ist eine Ansteckung im Freien oder bei kurzem Kontakt. Bei einer erkrankten Person, die sich einer angepassten Antibiotikumtherapie unterzieht und nicht mehr hustet, ist eine Ansteckung höchst unwahrscheinlich. Deshalb stellt eine behandelte Person, die aus dem Spital entlassen wurde, keine Gefahr mehr für ihr Umfeld dar, vorausgesetzt die Behandlung wird bis zur vollständigen Genesung fortgeführt.

 

Unter den infizierten Personen entwickelt später nur eine Minderheit (rund 10%) Tuberkulose. Das Risiko erhöht sich, wenn die infizierte Person eine unzureichende Immunabwehr aufweist (z.B. bei HIV-Infektion, langanhaltender Kortisonbehandlung, krebsbekämpfender Chemotherapie, Diabetes, Alkoholmissbrauch).

 

Früherkennungskontrollen

Systematische Früherkennungskontrollen im grossen Stil, z.B. in Form von Schirmbildaufnahmen oder Routine-Tuberkulintesten bei Kindern oder gesunden Personen, machen in der Schweiz wegen der Seltenheit von Tuberkulosefällen keinen Sinn.

 

Vielmehr werden Früherkennungstests auf Personen beschränkt, die mit Tuberkulosekranken in Kontakt gestanden haben (Familie, Freunde, Arbeitskollegen, Pflegepersonal). 

Asylbewerber und -bewerberinnen werden an der Grenze zur Tuberkulose befragt und wenn notwendig weiter ärztlich untersucht. So kann eine erforderliche Behandlung schnell beginnen und Keimübertragungen an Betreuende und die örtliche Bevölkerung vermieden werden.

 

Sollen Kinder gegen Tuberkulose geimpft werden?

Die in den Dreissigerjahren eingeführte BCG-Impfung (Bacillus Calmette-Guérin), die in Ländern verwendet wird, wo häufig Kinder angesteckt werden, vermindert bei Kindern das Tuberkulose-Sterberisiko.

 

Die Wirksamkeit der Impfung bei Erwachsenen wird jedoch bezweifelt und gilt als unnütz in Ländern, in welchen sich Kinder nur noch selten anstecken.

 

Heutzutage erlaubt der allgemeine Rückgang dieser Krankheit in der Schweiz, auf diese Impfung bei Kindern schweizerischer Eltern zu verzichten. Ausnahmen bilden spezielle Risikosituationen, entweder in der Familie oder in Verbindung mit künftigen Aufenthalten in Ländern, wo die Tuberkulose häufig ist.

 

Die BCG-Impfung wird deshalb in der Schweiz und in den meisten westlichen Ländern nur noch bei Neugeborenen und Kleinkindern empfohlen, deren Eltern aus Ländern stammen, in denen die Tuberkulose noch häufig vorkommt (Afrika, Asien, Südamerika, Osteuropa), das Infektionsrisiko erhöht bleibt und die möglicherweise in diese Länder zurückkehren. Die Impfung wird im Spital kostenlos durchgeführt.

 

Die Tuberkulose in der Welt

Weltweit ist die Tuberkulose noch in sehr vielen Ländern verbreitet. Jährlich werden ungefähr acht Millionen Personen angesteckt, bei rund drei Millionen endet die Krankheit tödlich. Die international in der Tuberkulosebekämpfung aktiv tätigen Organisationen (Weltgesundheitsorganisation, Internationale Vereinigung gegen Tuberkulose) haben die Grundlagen für eine erfolgreiche Behandlung definiert.

 

Diese ist auch in Ländern mit schwacher Wirtschaftskraft durchführbar, doch stellen das demographische Wachstum, vermehrt auftretende AIDS-Fälle, soziale und politische Missstände, fehlende Unterstützung der Gesundheitsbehörden und öffentliches Desinteresse Stolpersteine bei der rigorosen Durchführung solcher Programme dar. Die Situation ist paradox: Eine einfach heilbare Krankheit, deren Herkunft und Behandlung bekannt sind, trifft weiterhin eine steigende Anzahl von Personen.

 

Ein schwerwiegendes Problem ist zudem, dass in bestimmten Ländern eine grosse Anzahl Erkrankter an Tuberkuloseformen leidet, die von einem gegen die Medikamente resistenten Keim verursacht sind, und dass seit mehreren Jahren kein neues wirksames Medikament auf dem Markt eingeführt wurde. Die Ausbreitung dieser sogenannten resistenten Formen von Tuberkulose könnte einen Rückschritt in jene Zeit bedeuten, in der es noch keine Antituberkulose-Medikamente gab.

 

Tuberkulosebekämpfung in der Schweiz

In der Schweiz, in der Tuberkulosefälle immer seltener werden und wo Medizinerinnen oder Mediziner und Spitäler über die nötigen Medikamente zur Behandlung verfügen, ist die Krankheit unter Kontrolle.

 

Das Bundesamt für Gesundheit hat es sich zum Ziel gesetzt, die Krankheitsfälle zu senken und resistenten Tuberkulosefällen und Rückfällen vorzubeugen. Die für die Durchführung der Vorsorgemassnahmen verantwortlichen Spezialistinnnen und Spezialisten, Fachärztinnen und Fachärzte und die kantonalen Ligen bemühen sich darum, die Krankheit unter Kontrolle zu halten, indem die richtige Behandlung der Kranken bis zur vollständigen Genesung sicher gestellt wird, wenn nötig auch durch Verabreichung der Medikamente an die Kranken unter Aufsicht einer Drittperson (direkt überwachte Behandlung), und durch die Suche nach infizierten Personen in ihrem Umfeld (Umgebungsuntersuchungen).

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