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Tabakproduktegesetz: Die Zeit ist reif für ein generelles Verbot von Tabakwerbung

Um Jugendliche besser vor Tabakkonsum zu schützen, braucht es wirksame Einschränkungen bei der Tabakwerbung und beim Sponsoring. Wie ein heute publizierter Bericht des Suchtmonitoring Schweiz zeigt, unterstützt eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung diese Forderung der Lungenliga: 58,1 % sprachen sich für ein generelles Tabakwerbeverbot aus.

Am 8. Dezember entscheidet der Nationalrat, ob er das neue Tabakproduktegesetz, welches eine strengere Regelung für Tabakwerbung vorsieht, an den Bundesrat zurückweisen will oder nicht. Bereits im Juni hatte der Ständerat eine Rückweisung an den Bundesrat beschlossen, weil er die freie Marktwirtschaft höher gewichtete als diese Präventionsmassnahme. Ein Verbot von Tabakwerbung wäre aber insbesondere für den Jugendschutz wichtig. Denn eine Beobachtungsstudie (2014) von CIPRET Vaud, Sucht Schweiz und CIPRET Fribourg-Freiburg hat gezeigt, dass Tabakwerbung oft gezielt auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet ist.

 

Bevölkerung will strengere Regeln als im Gesetz vorgesehen
Im Gegensatz zum Ständerat ist die Schweizer Bevölkerung bereit für ein griffiges Tabakproduktegesetz: Gemäss dem neuesten Bericht des Suchtmonitoring Schweiz sind rund sechs von zehn Personen über 15 Jahre für ein generelles Verbot von Tabakwerbung. Und die Tendenz ist steigend: 2012 unterstützten 47,8 % ein Verbot, 2014 waren es bereits 52,8 % und 2015/16 erhöhte sich der Anteil der Befürwortenden auf 58,1 %.
Gemäss Umfrage möchten zudem 59 % der Bevölkerung das Sponsoring von Kultur- oder Sportveranstaltungen durch die Tabakindustrie verbieten. Damit wollen sechs von zehn Schweizerinnen und Schweizer strengere Regeln, als im neuen Tabakproduktegesetz vorgesehen sind. Denn gemäss Entwurf wäre nur das Sponsoring von internationalen Anlässen verboten, das Sponsoring von nationalen Anlässen wie Open-Air-Festivals bliebe hingegen erlaubt. Gerade bei solchen Anlässen ist jedoch oft ein junges Publikum der Werbung der Tabakindustrie ausgesetzt. Die Lungenliga fordert die Politikerinnen und Politiker deshalb auf, zum Wohle der Jugendlichen ein Tabakproduktegesetz mit einem umfassenden Werbe-, Promotions- und Sponsoringverbot auszuarbeiten.

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

 

Lungenliga Schweiz
Elena Strozzi, Bereichsleiterin Politik, Gesundheitsförderung und Kommunikation
Tel. 079 555 33 79, e.strozzi@STOP-SPAM.lung.ch

 

Regula Bur, Mediensprecherin
Tel. 031 378 20 72, r.bur@STOP-SPAM.lung.ch

 

Weitere Informationen unter www.lungenliga.ch

 

Suchtmonitoring Schweiz
Das Suchtmonitoring Schweiz ist ein epidemiologisches Überwachungssystem, das vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Auftrag gegeben wurde. Sein Zweck ist das Zusammentragen und die Verbreitung von Informationen über das Verhalten der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung in Bezug auf psychoaktive Substanzen (Tabak, Alkohol, illegale Drogen, Medikamente) sowie den damit verbundenen Risiken (Abhängigkeit, gesundheitliche Schäden, psychosoziale Probleme). Hauptteil des Suchtmonitoring Schweiz besteht aus einer im Januar 2011 eingeführten fortlaufenden telefonischen Befragung der Bevölkerung. Dafür werden jedes Jahr etwa 11'000 in der Schweiz wohnhafte Personen ab 15 Jahren telefonisch für ein Interview von etwa 25 Minuten kontaktiert.


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