Aktuell

Tuberkulose ist auch in der Schweiz noch aktuell

Mit schätzungsweise 1,8 Millionen Toten im Jahr 2015 ist Tuberkulose weltweit eine der tödlichsten Infektionskrankheiten. In der Schweiz ist Tuberkulose zwar selten geworden, dennoch ist sie nicht zu vernachlässigen: 2016 wurden in der Schweiz 620 neue Fälle gemeldet, 15 Personen davon erkrankten an einer multiresistenten Tuberkuloseform. Eine kürzere Behandlungsdauer im Vergleich zur bisherigen ist Thema am Tuberkulose-Symposium vom 23. März.

Vor 135 Jahren entdeckte der deutsche Bakteriologe Dr. Robert Koch das Mycobacterium tuberculosis. Erst die Behandlung mit Antibiotika 20. Jahrhundert führte zu einem Rückgang der Tuberkulose. Wer nun aber glaubt, Tuberkulose existiere nur noch in Thomas Manns «Zauberberg», irrt: Weltweit sterben jährlich 1,8 Millionen Menschen daran. Damit ist die über die Luft von Mensch zu Mensch übertragene Krankheit immer noch eine der tödlichsten Infektionskrankheiten.

 

In der Schweiz wurden im Jahr 2016 gemäss den Statistiken des Bundesamts für Gesundheit 620 neue Fälle gemeldet. Trotz dieser relativ tiefen Zahl, die aber im Vergleich zu den Vorjahren leicht gestiegen ist, darf die Tuberkulose nicht aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwinden. Denn für eine rasche Heilung sind eine frühzeitige Diagnose und eine korrekte Behandlung unabdingbar. Zudem sind die herkömmlichen Therapien nicht für alle Tuberkuloseformen wirksam: Weltweit steigt die Zahl der multi- und ultraresistenten Tuberkulosefälle. Da diese Erreger gegen die wirksamsten Medikamente resistent sind, können Betroffene nur noch mit ineffizienteren und schlecht tolerierten Medikamenten behandelt werden. Mit 15 an multiresistenter Tuberkulose erkrankten Personen im vergangenen Jahr ist die Zahl solcher Fälle in der Schweiz zwar noch immer tief, jedoch etwa doppelt so hoch wie noch vor fünf Jahren.

 

Hoffnung auf neue Therapien

Die multi- und ultraresistenten Tuberkuloseformen (MDR/XDR-TB) sind einer der Schwerpunkte des diesjährigen Tuberkulose-Symposiums, welches das «Kompetenzzentrum Tuberkulose» (siehe Kasten) organisiert. Es findet am 23. März, einen Tag vor dem Welt-Tuberkulose-Tag, in Magglingen statt. Experten aus der ganzen Schweiz referieren unter anderem über die Epidemiologie der multi- und ultraresistenten Tuberkuloseformen sowie die Hoffnung auf neue, kürzere Therapien.

Einen zweiten Schwerpunkt bilden die praktischen Erfahrungen in der Begleitung und Betreuung von infizierten und an Tuberkulose erkrankten Personen.

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Lungenliga Schweiz

Regula Bur, Mediensprecherin

Tel. 031 378 20 72, r.bur@STOP-SPAM.lung.ch

 

Lungenliga Schweiz

Elena Strozzi, Bereichsleiterin Politik, Gesundheitsförderung und Kommunikation

Tel. 031 378 20 38, e.strozzi@STOP-SPAM.lung.ch

 

Lungenliga führt «Kompetenzzentrum Tuberkulose»

Die Lungenliga berät und betreut Menschen mit Lungenkrankheiten und Atembehinderungen, damit sie möglichst beschwerdefrei und selbständig leben können und eine höhere Lebensqualität erreichen.

Im Rahmen eines Leistungsvertrages mit dem Bundesamt für Gesundheit führt die Lungenliga das «Kompetenzzentrum Tuberkulose». Diese nationale Informations- und Koordinationsplattform unterstützt Fachpersonen bei Tuberkulosefällen.

 

 

Tuberkulose: 90 Prozent der Infizierten bleiben gesund

Die Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die meist die Lungen befällt. Sie wird durch den Erreger Mycobacterium tuberculosis ausgelöst. Übertragen wird die Tuberkulose fast ausschliesslich von Mensch zu Mensch über die Luft. Die Beschwerden ähneln meist zunächst denen einer Grippe oder einer Lungenentzündung; Husten, Atembeschwerden, Müdigkeit, Fieber und oft auch Gewichtsverlust sind typische Symptome. Rund 90% der infizierten Personen erkranken nicht an Tuberkulose. Diese Personen können die Krankheit auch nicht übertragen. Trotz der medizinischen Fortschritte bleibt die Behandlung der Tuberkulose langwierig. In der Regel nehmen Betroffene vier verschiedene Antibiotika während zwei Monaten und zwei verschiedene Antibiotika während vier Monaten ein, da immer Erreger vorhanden sein können, die gegen einen der Wirkstoffe resistent sind.