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Schaffhausen
Es war eine schreckliche Krankheit, die in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts auch als Folge schlechter Wohnverhältnisse in der beginnenden Industriegesellschaft um sich griff. Zudem war sie auch Folge anderer Missstände. Junge Mütter starben an Blutsturz, Söhne und Töchter vor ihren Eltern an Schwindsucht. Die Tuberkulose war eine Erkrankung, die familiär und meistens in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter auftrat und oft zum Tod führte.
Zwar hatte Robert Koch 1882 den bazillären Erreger der Erkrankung entdeckt und damit die Natur der Erkrankung als Infektion erkannt. Damit ergaben sich Bekämpfungsmöglichkeiten, die nicht immer nur im Handumdrehen einzuführen waren. Der Zusammenhang zwischen Husten und Ansteckung war z.B. bekannt, alltägliche und heute jedermann geläufige hygienische Massnahmen (Hand vor den Mund, diskretes «Versorgen» des Auswurfes) waren damals aber nicht üblich. Daneben wurde schon früh erkannt, dass die engen Wohnverhältnisse und eine schlechte Ernährung im Krankheitsgeschehen eine Rolle spielten. Kuranstalten, die Sanatorien und Heilstätten, standen am Ende des 19. Jahrhunderts nur beschränkt zur Verfügung. Der Bedarf an Aufklärung und sozialer Unterstützung war immens. Das Wissen musste schrittweise und in verständlicher Form ins Bewusstsein der Bevölkerung und auch der Politiker getragen werden.