Obwohl diese Atemform sehr anstrengend ist, kann sie bei vielen Menschen beobachtet werden. Bei der Hochatmung sind die Schultern bei der Einatmung hochgezogen und der Bauch zu sehr angespannt. Die Bauchorgane drücken dabei gegen das Zwerchfell. Dies verhindert die Öffnung des Brustkorbs an der Lungenbasis, wo sich die meisten Lungenbläschen befinden. Der Gasaustausch ist dadurch unergiebig, weil sich die Lunge nicht genügend ausdehnen kann.
Bei einer reinen Flanken- oder Rippenatmung wird bereits eine grössere Ausdehnung des Brustraumes erzielt. Aber auch hier wird die gesunde "Zwerchfellkontraktion" durch eine falsche Bauchbewegung (der Bauch wird während der Einatmung aktiv eingezogen) behindert. Diese Atemtechnik ist insbesondere bei Sängerinnen und Sängern zu beobachten, die den Ton möglichst lange halten und hinauszögern möchten. Sie spannen dabei die Bauch- und Beckenbodenmuskeln an, um damit willkürlich die verlangsamte Ausatmung beim Singen zu steuern. Für die Einatmung lassen sie diese Muskeln sofort wieder ganz los, damit sich ihre Lungen sehr schnell mit frischer Luft füllen können (reflektorisches Einatmen).
Von Bauchatmung spricht man, wenn sich bei der Einatmung das Zwerchfell spannt und in die Tiefe des Bauchraumes senkt. Durch diese Bewegung werden die Bauchorgane in günstiger Weise massiert. Sie schieben dabei die elastisch gespannten Bauchmuskeln nach vorne und zur Seite, Bauch und Taille werden rund. Ohne Anstrengung wird der untere Lungenbereich gut geöffnet und mit Luft gefüllt. Bei einer reinen Bauchatmung werden allerdings die oberen Lungenbereiche zu wenig durchlüftet.
Jeden Dienstag 17-19 Uhr beantworten Ärztinnen und Ärzte Ihre Fragen zu Lunge und Atemwegen. Eine kostenlose Dienstleistung der Lungenliga.