Verschiedene Krankheiten wie COPD oder Cystische Fibrose können zu chronischer Atemnot führen. Die Betroffenen haben ständig das Gefühl als lebten sie auf 5000 Meter über Meer: Jede Bewegung strengt an. Der dauernde Sauerstoffmangel schädigt die Organe; das Herz-Kreislauf-System kann zusammenbrechen.
Betroffene, die nicht genügend Sauerstoff aus der Atemluft aufnehmen können, benötigen kontinuierlich zusätzlichen Sauerstoff. Dies ist besonders bei Anstrengungen (Spazieren, Gymnastik) nötig, da der Körper Sauerstoff nicht speichern kann.
Die langfristige Therapie Verabreichung von Sauerstoff
Wichtig: Die Therapie wirkt nur dann, wenn der zusätzliche Sauerstoff mindestens 16 Stunden pro Tag eingeatmet wird. Optimal ist die Benutzung rund um die Uhr.
Manche Betroffene benutzen ihr Gerät aus Scham nicht in der Öffentlichkeit, da die Nasenbrille stark auffält. Die Mitarbeitenden der Lungenliga vermitteln Strategien, wie man mit diesen Hemmungen umgehen kann.
Nebenwirkungen wie trockene Nasenschleimhaut lassen sich mit Hilfe von speziellen Salben beheben.
Die Mitarbeitenden der Lungenliga betreuen die Betroffenen während der gesamten Therapie. Zu Beginn:
Auch nach der Eingewöhnungszeit sind die Mitarbeitenden der Lungenliga für die Betroffenen da:
Die Fachärztin oder der Facharzt verordnet die Sauerstoff-Therapie und überweist die Betroffenen an die Lungenliga. Die Grundversicherung übernimmt die Kosten der langfristigen Sauerstoff-Therapie. Die Lungenliga vermietet jeweilige Therapiesystem an die Betroffenen. Die Monatspauschale deckt die Kosten für das erforderliche Therapiesystem (inkl. Sauerstoff), das Verbrauchsmaterial sowie die Beratungsleistungen der Lungenliga im Zusammenhang mit dem Gerät ab.
Welches System für die Therapie in Frage kommt, hängt weitgehend davon ab, wie häufig die Betroffenen sich ausserhalb ihrer Wohnung aufhalten. In dieser Zeit benötigt man ein tragbares Gerät, das den erhöhten Bedarf an Sauerstoff deckt.

Dieses System wird eingesetzt,
Eine Verdampferspirale macht den flüssigen Sauerstoff wieder gasförmig – aus einem Liter Flüssigsauerstoff werden rund 850 Liter „Gas“. So reicht der Inhalt eines 44-Liter-Tanks bei einem Verbrauch von 2 Litern/Minute knapp zwei Wochen.
Die Betroffenen erhalten ein Reservegefäss, das bei ihnen zuhause regelmässig aufgefüllt oder ausgetauscht wird. In der Wohnung können sie durch eine entsprechende Zuleitung den Sauerstoff direkt von diesem Tank einatmen. Dabei lässt sich die Zufuhr von 0,25 bis 7 Liter/Minute einstellen.
Zusätzlich erhalten die Betroffenen ein tragbares Gerät („Portable“), das sie einfach mit dem Flüssigsauerstoff aus dem Reservegerät befüllen können. Auch hier gibt es zwei Systeme. Die Betreuerinnen und Betreuer der Lungenliga klären mit den Betroffenen, welches für sie optimal ist:

Portabel normal
Das Gerät gibt kontinuierlich Sauerstoff ab – unabhängig ob die Betroffenen ein- oder ausatmen. Daher reicht der Inhalt je nach Grösse des Gefässes und benötigter Sauerstoffdosis für 3 bis 8 Stunden.

Portabel gepulst (Sparventil)
Diese Geräte geben den Sauerstoff nur dann ab, wenn die Betroffenen einatmen. Dazu muss der Atemzug jedoch kräftig genug sein, um den „Trigger“, also die Sauerstoffabgabe, auszulösen. Die Reichweite ist mit 7 bis 27 Stunden (je nach Grösse des Gefässes) entsprechend grösser; die Betroffenen können länger unterwegs sein.

Sauerstoff-Konzentratoren sind kostengünstiger (und ein wenig lauter) als Flüssiggassysteme. Sie extrahieren den Sauerstoff aus der Umgebungsluft, so dass die Betroffenen ihn direkt einatmen können. Dazu brauchen sie allerdings Strom. d.h. es fallen pro Monat bis zu CHF 40.- Stromkosten an, und die Betroffenen können das Gerät nur innerhalb der Wohnung benutzen.
Dieses System eignet sich für Betroffene, die nur unregelmässig und für kurze Zeit ausserhalb des Hauses unterwegs sind. Für kürzere Ausflüge erhalten sie Kleinflaschen mit Medizinalsauerstoff, die ausgetauscht werden, wenn sie leer sind.
Betroffene, die nur sporadisch Sauerstoff benötigen erhalten komprimierten Sauerstoff in Flaschen. Dieses System ist in der Handhabung sehr einfach; wegen der hohen Transport- und Abfüllkosten ist es jedoch ungeeignet für die langfristige Therapie.

Ein flexibler Schlauch leitet den Sauerstoff vom Behälter zur Nase. In den meisten Fällen atmen die Betroffenen den Sauerstoff durch eine Nasenbrille ein. Diese Zuleitung ist preiswert und einfach zu handhaben. Da die Brille nicht dicht abschliesst, geht ein kleiner Teil des Sauerstoffs verloren. Durch den stetigen Luftstrom können die Nasenschleimhäute austrocknen, was sich jedoch mit Salben gut beheben lässt.

Manche Betroffene empfinden die Nasenbrille als unschön. Auch dafür gibt es inzwischen Lösungsansätze: So lässt sich die Sauerstoffzufuhr z. B. in Brillen integrieren und fällt auf diese Weise weniger auf. Wichtig: Die Vorteile der Therapie überwiegen in jedem Fall die optischen Nachteile!

Wenn die Betroffenen hohe Sauerstoffgaben benötigen oder bei der Benutzung der Nasenbrille medizinische Komplikationen auftreten, kann die Fachärztin bzw. der Facharzt einen sog. transtrachealen Katheter („Scoop“) verordnen. Dieser wird in einer kleinen Operation direkt in die Luftröhre eingeführt und fixiert. So gelangt der zugeführte Sauerstoff vollständig in die Atemwege, und die Zuleitung kann unsichtbar unter den Kleidern getragen werden. Diesen Vorteilen stehen Risiken wie z. B. Infektionen entgegen.
Jeden Dienstag 17-19 Uhr beantworten Ärztinnen und Ärzte Ihre Fragen zu Lunge und Atemwegen. Eine kostenlose Dienstleistung der Lungenliga.