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Aargau
Im kommenden Jahr erwartet die Schweiz wieder ein massiver Prämienanstieg: Um durchschnittlich 6,5 % schlagen die Krankenkassenprämien auf. Hauptursache für die ungebrochene Zunahme der Prämienlasten ist die anhaltende Kostensteigerung im Gesundheitswesen. Dabei lassen der medizinische Fortschritt und die demographische Entwicklung erwarten, dass ohne wirksame Massnahmen auf der Kostenseite auch in Zukunft mit solchen Prämienschocks zu rechnen sein wird. Einzel- und Sofortmassnahmen scheinen jeden-falls nicht den gewünschten Effekt zu haben. Dringend gefordert ist vielmehr eine stärkere Fokussierung auf die Erhaltung der Gesundheit, denn damit lassen sich nachhaltig Kosten vermeiden. Heute entfallen aber lediglich 2,2 Prozent der gesamten Ausgaben im Gesundheitswesen auf die Prävention und Gesundheits-förderung. Das heisst: Der überwiegende Teil der Kosten fällt in der Versorgung von Krankheiten und Unfällen an, während kaum in die Vorsorge investiert wird. Das ist nicht effizient, denn ökonomische Kosten-Nutzen-Analysen ausgewählter Präventionsbereiche zeigen, dass Prävention und Gesundheitsförderung sich volkswirtschaftlich lohnen und massgebliche Kosteneinsparungen bringen würden.
Gesundheitsökonomen der Universität Neuenburg und der Zürcher Hochschule Winterthur kommen in einer im März 2010 veröffentlichten Untersuchung zum Schluss, dass in den drei untersuchten Präventionsfeldern Verkehrssicherheit, Tabakprävention und Alkoholmissbrauch grosse gesamtgesellschaftliche Gewinne erzielt wurden: Der Gewinn für jeden investierten Präventionsfranken liegt zwischen 9 Franken in der Strassenverkehrsunfallprävention, 23 Franken in der Alkoholprävention und 41 Franken in der Tabakprävention. Bemerkenswert ist insbesondere, dass allein die durch die Prävention erzielte Reduktion der medizinischen Kosten die Präventionskosten in allen drei Bereichen deutlich übersteigt. So rechnet die Studie nach, dass den 41 Millionen Franken, die im Jahr 2007 in die Tabak- und Alkoholprävention investiert wurden, verhinderte direkte medizinische Kosten von 215 Millionen Franken gegenüberstehen. Die Untersuchung zeigt: Prävention wirkt. Sie weist ein eindrückliches Preis-Leistungs-Verhältnis auf und birgt erhebliches Potenzial für eine nachhaltige Dämpfung der Kostenexplosion im Gesundheitswesen. Zu einem ähnlichen Schluss kommt auch eine bereits 2009 von der Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz (VIPS) veröffentlichte Studie.
Prävention und Gesundheitsförderung sind heute auf gesetzlicher Ebene ungenügend verankert und müssen gestärkt werden. Angesichts der jüngsten Prämienentwicklung ist die Politik dringend dazu aufgefordert, der Erhaltung der Gesundheit stärkere Beachtung zu schenken als bisher. Der Nationalrat hat schon bald die Chance dazu: Mit seiner Zustimmung zum Präventionsgesetz kann er die dringend notwendige Reform in die Wege zu leiten. Das Gesetz weist in die richtige Richtung, denn es fördert die Eigenverantwortung und ermöglicht Rahmenbedingungen, die die Gesundheit der Bevölkerung verbessern.
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Studien (verfügbar auf www.allianzgesundeschweiz.ch):