Verantwortungsvolles Handeln der Pensionskassen

Pensionskassen tragen eine besondere Verantwortung bei der Anlage ihrer Kundengelder. Deshalb schliessen verantwortungsbewusste Kassen Investitionen in ethisch nicht vertretbare Branchen aus, wie zum Beispiel Pornografie. Zu den ethisch fragwürdigen Investitionen gehören auch jene der Tabakbranche. Die Lungenliga Schweiz ruft alle Pensionskassen zum verantwortungsvollen Handeln auf.

Dass Pensionskassen ihre Investitionen grundsätzlich nach der Rentabilität ausrichten entspricht der Marktlogik. Dies schliesst jedoch die Berücksichtigung ethischer und umweltspezifischer Investitionskriterien nicht aus. Dafür wegleitend sind die sogenannten ESG-Kriterien (Environmental, Social and Corporate Governance) sowie die Principles of Responsible Investment.

 

«Das ist sowohl aus ethischen Überlegungen als auch mit Blick auf den Schutz unserer natürlichen Ressourcen absolut zielführend. Es ist verantwortungslos, wenn Pensionskassen eine Branche unterstützen, die in der Schweiz jährlich 9'500 Todesfälle verursacht. Ganz zu schweigen von den negativen Folgen für die Umwelt durch den Tabakanbau sowie dessen Verarbeitung. Das betrifft überwiegend ärmere Länder wie Bangladesch, Simbabwe oder Malawi», erklärt Claudia Künzli, Leiterin Gesundheitsförderung und Prävention der Lungenliga Schweiz. Investitionen in den Rohstoff Tabak seien keine nachhaltigen Investitionen. Im Gegenteil: «Mindestens 14 der 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung, für deren Erreichung sich die Schweiz bis 2030 verpflichtet hat, können aufgrund des Tabakanbaus und dessen Weiterverarbeitung nicht erreicht werden», führt Künzli weiter aus. Die Tabakbranche sei inzwischen angeschlagen und deren Rentabilität seit Jahren stark rückläufig. Ein Trend allerdings, der durch die Einführung alternativer und fragwürdiger Tabak- und Nikotinprodukte mit vergleichbarem Suchtpotenzial umgekehrt werden soll.

 

In dieser Frühlingssession reichte Frau Ursula Schneider Schüttel, SP-Nationalrätin und Präsidentin der Lungenliga Freiburg eine Interpellation ein, in der der Bundesrat angefragt wird, ob die Anlagestrategie der Pensionskasse des Bundes PUBLICA Investitionen in die Tabakbranche ausschliesst.

 

Die Lungenliga Schweiz unterstützt diesen parlamentarischen Vorstoss. Im Jahr 2020 bestätigten die Pensionskassen Abendrot und Nest ihren Verzicht auf Anlagen in diese Branche mit der Unterzeichnung des Tobacco Free Finance Pledge.

Die Lungenliga Schweiz ist die offizielle Schweizer Kooperationspartnerin der australischen Initiative Tobacco Free Portfolios.

 

Die Lungenliga ist eine nicht-gewinnorientierte Gesundheitsorganisation mit über 700 Mitarbeitenden, die sich für Menschen mit Lungen- und Atemwegserkrankungen einsetzt.

Sie berät und betreut über 100'000 Patientinnen und Patienten an 70 Standorten in der ganzen Schweiz sowie zuhause, damit diese möglichst beschwerdefrei und selbständig leben können. Die Lungenliga engagiert sich zudem in den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention, der Weiterbildung von Fachpersonen sowie der Forschungsförderung. Die Gesundheitsorganisation ist    ZEWO-zertifiziert und besitzt das NPO-Label für Management Excellence.

 

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