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Aktuell

E-Zigaretten und Shishas: Harmlose Trendprodukte oder neue Gefahren für die Lunge?

Die Lungenliga beider Basel hat sich im Rahmen der gestrigen Generalversammlung mit E-Zigaretten und Shishas befasst. PD Dr. med. Ladina Joos Zellweger, Oberärztin für Pneumologie am St. Claraspital, wies auf die Gefahren der Trendprodukte hin. Deren Beliebtheit bei Jugendlichen macht sie zu einer Art Einstiegsdroge, die allzu oft verharmlost wird.

E-Zigarette: Gefahr für Gesundheit

E-Zigaretten haben den Ruf, harmloser und womöglich gesünder zu sein als Tabakzigaretten. Stimmt das? Und: Eignen sie sich zur Raucherentwöhnung? Tatsache ist: EZigaretten sind im Kommen. In den USA verdreifacht sich der Konsum jährlich. 2013 besassen in der Schweiz 1,4 % der Bewohnerinnen und Bewohner ein solches elektrisches Gerät. Der Verkauf nikotinhaltiger Kartuschen ist hierzulande noch nicht gesetzlich geregelt. Das soll sich ändern mit dem Tabakproduktegesetz, das demnächst im Parlament diskutiert wird.

 

Rauchen könnte wieder salonfähig werden

Referentin Ladina Joos Zellweger, Vorstandsmitglied der Lungenliga beider Basel, wies darauf hin, dass auch das sogenannte Dampfen nicht harmlos ist. E-Zigaretten geben an Konsumierende und ihre Umgebung zwar keinen Teer und kein Kohlenmonoxid ab. Aber auch sie enthalten krebsfördernde Inhaltsstoffe wie Formaldehyd, wenn auch in geringerer Dosis als herkömmliche Zigaretten. Hinzu kommen Unwägbarkeiten wie nicht deklarierte Inhaltsstoffe und Gefahren wie explodierende Geräte oder Vergiftungen, wenn Kartuschen unsachgemäss gehandhabt werden oder Kleinkinder sie verschlucken.

Hinsichtlich der Suchtprävention zeigte sich Lungenexpertin Joos besorgt: E-Zigaretten könnten zu einer «Re-Normalisierung des Rauchens» führen. Die Dampfgeräte erleichtern den Einstieg in den Nikotinkonsum und sprechen auch Zielgruppen an, die Vorbehalte gegenüber Tabakprodukten haben. Dazu gehören insbesondere Frauen und Jugendliche. Zudem gebe es noch keinen Nachweis, dass E-Zigaretten zur Nikotinentwöhnung von Raucherinnen und Rauchern beitragen könnten.

 

Auch Shishas gefährden Gesundheit

Unter Jugendlichen weiter verbreitet als E-Zigaretten sind momentan Shishas. In den westlichen Ländern sollen 10 bis 20 % regelmässig und bis zu 45 % gelegentlich an der aus dem Orient stammenden Wasserpfeife ziehen. Auch da gilt es, sich die Gefahren vor Augen zu halten. Dass Schadstoffe durch das Wasser herausgefiltert würden, ist ein weit verbreiteter Mythos. Der Shisha-Rauch enthält Teer, Schwermetalle, radioaktive Substanzen und hohe Dosen Kohlenmonoxid. Joos wies darauf hin, dass im

Unterschied zu einer Zigarette der Rauch in deutlich grösseren Mengen und über längere Zeit inhaliert wird. Das Rauchen einer Wasserpfeife entspreche dem Konsum von 100 Zigaretten.

 

Das Referat fand im Anschluss an die gut besuchte Generalversammlung der Lungenliga beider Basel im Haus der Gesundheitsligen (Mittlere Strasse 35) in Basel statt. Unter Anwesenheit zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Sozial- und Gesundheitswesen wurde lic. iur. Stephanie Donati, Advokatin und Leiterin des Rechtsdienstes der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, neu in den Vereinsvorstand gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Dr. med. Silvana Romerio Bläuer an, die nach fünfjähriger, verdienstvoller ehrenamtlicher Tätigkeit verabschiedet wurde.

 

Die Lungenliga beider Basel unterstützt mehr als 4000 Menschen mit einer Atembehinderung und trägt zur Prävention von Atemwegserkrankungen bei. Im vergangenen Jahr ist es gelungen, den Anteil der Gelder zu erhöhen, der direkt in die Projekte fliesst. Er liegt heute bei sehr guten 84 %, was wiederum eine Reduktion des administrativen Aufwands bedeutet.

 

Weitere Auskunft:

Sibylle Kraus, Geschäftsleiterin, 061 927 91 16

Yvonne Uebelhart, Kommunikation/Fundraising, 061 927 91 11