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Auf der Jagd nach neuen Tipps

Armin Kölliker ist ein positiver und aktiver Mensch. Doch als zu seiner COPD auch noch ein Rückenleiden hinzukam, wurde es ihm zu viel. Gerne erzählt er, wie er aus der Krise wieder herausfand und weshalb er auf die Kurse der Lungenliga schwört.

Foto Armin Kölliker

«2002 hatte ich eine doppelte Lungenentzündung. Der Arzt stellte die Diagnose: COPD. Vorher hatte ich 45 Jahre lang geraucht, aber schon vor meiner ersten Zigarette hatte ich unter Atemnot gelitten. So war mir schon in der Rekrutenschule das Marschtempo manchmal zu schnell. Doch die Ursache wurde nie abgeklärt.

 

Vor sechs Jahren hatte ich eine Operation zur Lungenreduktion. Seither benötige ich Sauerstoff. Manchmal mehr, manchmal komme ich sogar ohne aus – je nach Tagesverfassung. Ich muss jeden Tag nehmen, wie er kommt.

 

Auch wenn COPD nicht heilbar ist, finde ich es wichtig, dass man nicht einfach nur dasitzt. Denn man kann tatsächlich viel tun, um seinen Zustand zu verbessern. Ich bewege mich täglich und mache Krafttraining. Das Wichtigste ist natürlich der Rauchstopp. Nach der Diagnose habe ich sofort mit Rauchen aufgehört, denn ich hatte ja sprichwörtlich die Axt am Baum. Es wäre ja auch widersinnig, Medikamente zu nehmen und trotzdem weiter zu rauchen. Meine Frau hat sich sehr gefreut, dass ich es nach all den Jahren vom einen Tag auf den anderen geschafft habe.

 

Erfolge dank Training

Ich bin kein Missionar für den Rauchstopp geworden, aber wenn mich jemand fragt, dann ermuntere ich ihn gern dazu. Schliesslich habe ich als Geschäftsführer einer Druckerei früher auch meine Mitarbeitenden motiviert. So sagte ich bei einem Aufenthalt in der Lungenklinik Barmelweid zu meinem Zimmergenossen, der ebenfalls COPD hatte: ‹Wenn du nicht mit Rauchen aufhören willst, dann bringt das hier nichts.› Beim Abschied drei Wochen später hat er mir dafür gedankt, dass ich ihm einen Schupf gegeben habe.

 

Dank dem Training ist mein Gesundheitszustand seit drei Jahren stabil – wenigstens punkto COPD. Denn vor zwei Jahren hatte ich einen Bandscheibenvorfall. Das war für mich ein harter Schlag. Ich bin ein aktiver Mensch und liebe es, in der Natur zu sein, doch plötzlich konnte ich mich kaum mehr bewegen. Garten- oder Hausarbeit lagen nicht mehr drin. Das Schlimmste aber war, dass ich nicht mehr auf die Jagd konnte. Auch das Amt des Obmannes der Jagdschützen musste ich aufgeben.

 

Schwere Krise überwunden

Ich fiel in ein Loch. Ich fühlte mich nichts mehr wert, und es kam manchmal zu Diskussionen mit meiner Frau. Es war dann ein grosser Schritt für mich, meinen Zustand zu akzeptieren. Ich probiere nun, das Beste daraus zu machen, und habe wieder Freude am Leben. Möglich war das dank der mentalen Unterstützung meiner Frau und meiner beiden Söhne. Ich fand neue Aufgaben; zum Beispiel verbringe ich viel Zeit mit meinen drei Enkelkindern.

 

In Bezug auf meine Krankheiten klammere ich mich an jeden Strohhalm. Deshalb besuche ich fleissig die Kurse der Lungenliga, aktuell gerade das Training ‹Besser leben mit COPD›. Denn auch wenn ich einiges schon einmal gehört habe, bekomme ich hier wieder neue Motivation, etwas auszuprobieren. Besonders wichtig finde ich auch den Erfahrungsaustausch: Es gibt immer wieder Tipps von anderen Betroffenen, die mir weiterhelfen.»

 

Weitere Fallbeispiele finden Sie in unseren Jahresberichten.