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Mehr Sauerstoff, weniger ­Papierkram

Es riss Peter Bruderer mitten aus dem Leben: Noch führte er ein Restaurant, als bei ihm die Krankheit COPD ausbrach. Von einem Tag auf den anderen war er arbeitsunfähig. Das Interview mit ihm sowie mit Thomas Hafner und Peter Eschbach zeigt, wie sein Alltag dank der regelmässigen und persönlichen Betreuung der Lungenliga etwas leichter wird.

Foto Peter Bruderer

Wie machte sich Ihre Krankheit bemerkbar?

 

Peter Bruderer: «Seit 2009 führte ich das Restaurant Schwyzerhüsli an der Güterstrasse in Basel. Die Arbeit nahm mich in Anspruch, aber ich war sie seit meiner Lehre im Service gewohnt. Mitte August 2015 öffnete ich nach den Betriebsferien das Restaurant und arbeitete bis am Abend. Am nächsten Tag passierte es: Ich fiel in eine Art Koma. Tagelang ging ich nicht zur Arbeit und nahm keine Telefone ab. Zwischendurch muss ich wohl aufgestanden sein, aber ich erinnere mich an nichts mehr. Ende Woche ging ich zum Hausarzt, der mich schnurstracks auf die Intensivstation schickte.»

 

Nach der Entlassung aus dem Spital übernahm die Lungenliga die Betreuung. Wie war das damals?

 

Thomas Hafner: «Ich lernte Herrn Bruderer kennen, als ich ihn in der Handhabung der Sauerstoffgeräte instruierte. Es war in der Zeit, als er das Restaurant für die Übergabe an den Nachfolger bereit machte. Schon damals dachte ich daran, für den Bedarfsfall den Kontakt zu unserer Sozialberatung zu vermitteln.»

 

Peter Eschbach: «Viele Leute erschrecken, wenn sie ‹Sozialberatung› hören, und denken dabei an die Sozialhilfe. Dabei geht es bei uns in erster Linie darum, Klienten wie Herrn ­Bruderer in Versicherungsfragen zu beraten, beim Stellen von Anträgen zu ­unterstützen und beim Ausfüllen von Formularen zu helfen. Punktuell greifen wir in Härtefällen oder bei pflegerisch notwendigen Anschaffungen den Menschen auch finanziell unter die Arme.»

 

Fiel Ihnen der Rauchstopp schwer?

 

Peter Bruderer: «Kurz vor meinem Eintritt in die Intensivstation wollte ich eine Zigarette rauchen. Dabei wurde mir so schlecht, dass ich seither nie wieder eine Zigarette angerührt habe. Und das, obwohl ich 50 Jahre lang, seit meiner Lehrzeit, geraucht habe. Ausserdem habe ich bei der Arbeit den Rauch in den Wirtsstuben eingeatmet.»

 

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Sozialberatung der Lungenliga?

 

Peter Bruderer: «Herr Eschbach hat mir schon oft einen Gefallen getan. Ich bin froh, muss ich mich nicht allein durch Gesetze und Formulare kämpfen. Kommt hinzu, dass ich als Sauerstoffpatient an manchen Stellen nicht ernst genommen werde, nach dem Motto: alt, krank, dumm. Da ist die Unterstützung der Lungenliga viel wert.»

 

Peter Eschbach: «Uns ist es möglich, Hausbesuche zu machen und so eine regelmässige und persönliche Betreuung zu bieten. Zudem können wir Gesuche an Institutionen stellen. Den Rollator von Herrn Bruderer konnte ich beispielsweise über die Emma-Schaub-­Stiftung finanzieren.»

 

Peter Bruderer: «Zuerst wollte ich den ­Rollator nicht, ich fühlte mich unwohl bei dem Gedanken. Doch jetzt bin ich sehr ­zufrieden damit. Ich kann das Sauerstoffgerät darin verstauen. Zudem brauche ich oft ­Pausen unterwegs und setze mich dann auf den Rollator. Denn hier in Basel gibt es sonst nicht so viele Sitzgelegenheiten.»

 

Thomas Hafner: «Ein weiterer Vorteil unserer Betreuung ist die enge Zusammenarbeit ­zwischen mir als Betreuer im Bereich Sauerstoff und Herrn Eschbach von der Sozialberatung. Wir informieren uns jeweils gegenseitig. Durch den regen Kontakt steigt die Qualität der Betreuung.»

 

Weitere Fallbeispiele finden Sie in unseren Jahresberichten.