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Geschichte der Lungenliga Glarus


Text aus 150 Jahre gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Glarus 1844 – 1994


Nach der Eröffnung des Sanatoriums Braunwald im Dezember 1897 stand im Kanton Glarus eine wertvolle Möglichkeit zur Behandlung der an einer Tuberkuloseinfektion erkrankten Patienten zur Verfügung. Die Initianten der Klinik, besonders der damalige Chefarzt des Kantonsspitals, Dr. Christian Friedrich Fritzsche, sahen aber sehr bald, dass im Kampf gegen die Krankheit noch andere Mittel eingesetzt werden mussten. Sie gründeten deshalb im Rahmen der gemeinnützigen Gesellschaft 1906 die sogenannte „Tuberkulosekommission“, die sich eine weitgefasste Aufklärung der Bevölkerung über das Wesen des Leidens zum Ziele setzte. Es wurden entsprechende Vorträge in den Gemeinden organisiert, in Rundschreiben erhielten Schulbehörden und Lehrer Hinweise für einfache hygienische Verhaltensmassnahmen zur möglichen Verhütung von neuen Infektionen bei den Kindern. 1907 stellte die Kommission ein Gesuch an den Landrat zur unentgeltlichen Untersuch des Auswurfes bei unbemittelten Personen und zur regelmässigen Desinfektion der Wohnungen verstorbener Patienten.
Ein weiteres Anliegen war die fürsorgerische Betreuung der Tuberkulosekranken, die von 1908 an organisiert wurde. Bis 1923 entstanden bereits 20 Gemeindefürsorgestellen deren Tätigkeit von der Kommission koordiniert und mit den Erträgen des Katharina-Trümpy-Fonds sowie weiteren Legaten und Spenden finanziert werden konnte.
1922 wurde dann eine spezielle Poliklinik für Lungenkranke eröffnet. Die „kantonale Krankenanstalt“, wie das heutige Kantonsspital damals noch hiess, stellte den Raum und das Durchleuchtungsgerät zur Verfügung, so dass die Chefärzte des Sanatoriums zuerst im Abstand von zwei bis vier Wochen, später dann wöchentlich in Glarus eine Sprechstunde abhalten konnten. In Zusammenarbeit mit den Hausärzten kontrollierten sie hier die aus dem Sanatorium entlassenen Patienten, klärten diagnostisch unsichere Krankheitsfälle ab, organisierten Umgebungsuntersuchungen, BCG Impfungen und beurteilten die bei Schirmbildaktionen erhobenen Befunde. Von 1936 an war ihnen bei dieser Tätigkeit eine im Halbamt angestellte Fürsorgerin behilflich, die in engem Kontakt mit den Gemeindestellen arbeitete.
Der mit den modern medikamentösen und chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten erreichte Rückgang der Tuberkulose führte mehr und mehr dazu, dass sich die Sanatorium Ärzte und Fürsorgerinnen auch anderen Lungenkrankheiten widmeten: Lungenerweiterung, chronische Bronchitis, Asthma, Geschwülste, Schädigungen durch Nikotin, Umweltverschmutzung, Asbest usw. Zur Unterstützung der hausärztlichen Heimbehandlung wurde ein Apparatedienst aufgebaut, mit dem den Lungenpatienten im Kanton zu sehr günstigen Bedingungen verschiedenste Inhalationsapparate bis hin zu den sogenannten Sauerstoffkonzentratoren ausgemietet werden konnten. Dieser Dienst umfasste Ende 1993 291 Geräte, die von der Fürsorgerin kontrolliert und gewartet wurde.
Nach 1996 entwickelte sich die Lungenliga nach und nach weiter bis zu den heutigen umfassenden Angeboten und Betreuungen der Lungenpatienten des Kantons.
2006 feiert die Kommission gegen Tuberkulose und Lungenkrankheiten ihr 100 - jähriges Bestehen.
Nach der Fusion der gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons mit der evangelischen Hilfsgemeinschaft des Kantons wurde 2013 der heutige Verein Lungenliga Glarus gegründet.