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Bevölkerung soll besser vor Feinstaub in der Luft geschützt werden

Der Lungenliga, der Krebsliga und der SGP ist es ein Anliegen, dass die Schadstoffbelastung in der Luft möglichst gering ist. Deshalb begrüssen sie ausdrücklich die in der revidierten Luftreinhalteverordnung vorgesehenen Verschärfungen in Bezug auf Feinstaub. Unverständlich ist hingegen, dass die Reduktion von Stickoxidemissionen keine Priorität hat, obschon diese mitverantwortlich sind für die regelmässige Überschreitung der Ozon-Grenzwerte.

Sowohl Luftschadstoffe im Allgemeinen als auch Feinstaub im Speziellen sind laut der in­ter­na­tionalen Agentur für Krebsforschung (IARC) eindeutig krebserregend. Die Luft­rein­halte­ver­ord­nung (LRV) hat zum Ziel, den Schutz vor Luft­schad­stof­fen zu gewährleisten. Damit konnte die Schadstoffbelastung der Luft in den letzten 25 Jahren be­reits stark reduziert werden. Nichtsdestotrotz kommt es insbesondere bei Feinstaub, Stick­oxiden und Ozon noch immer zu Überschreitungen der Grenzwerte. Mit der nun vor­ge­schla­ge­nen Revision der LRV, deren Vernehmlassungfrist gestern endete, wird ein weiterer wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht. Ein­zelne gesundheitlich relevante Aspekte werden darin aber nicht oder nur teilweise berück­sichtigt.

 

Feinstaub stärker reguliert

Erfreulich ist die vorgesehene Einführung eines neuen Grenzwertes für Feinstaub. Aktuell liegt der Grenzwert für PM10 (Feinstaub mit einem Durchmesser unter 10μm), bei 20 μg/m3 Luft im Jahresmittel. Neu soll auch für PM2.5 ein Jahresgrenzwert von 10 μg/m3 Luft fest­ge­legt werden. Je kleiner Feinstaub-Partikel sind, desto tiefer gelangen sie in die Lunge, teil­weise sogar in den Blutkreislauf. Längerfristig kann dies unter an­de­rem zu Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen, Lungenkrebs und vorzeitigen Todes­fäl­len führen. Auch bereits eine kurzfristig erhöhte Partikelbelastung kann Husten, Atemnot, Ent­zündungen der Atemwe­ge und der Lunge, Bronchitis und Asthmaschübe zur Folge ha­ben. Deshalb fänden die genannten Organisationen nicht nur die Einführung eines Jahres- sondern auch eines Tagesmittelwerts für PM2.5 sinnvoll. Auch die noch feineren Partikel (PM1 und PM0.1) sollten so bald als möglich mithilfe eines Immissionsgrenzwertes reguliert werden.

 

Ebenfalls begrüssenswert ist die geplante Einführung eines Feinstaub-Grenzwertes für Holzfeuerungen unter 70kW. Kleine Holzfeuerungen emittieren überproportional viel Feinstaub bezogen auf ihre Heizleistung. Dieser überfällige Schritt wird insbesondere im Winter zu einer weiteren Reduktion der Feinstaubbelastung beitragen.

 

Stickoxide bleiben ein Problem

Weniger Auswirkungen hat die LRV-Revision auf den Ausstoss von Stick­oxiden, Schwefel­oxiden sowie flüchtige organische Verbindungen. Dies ist unverständlich, da die heutigen Im­mis­sionsgrenzwerte teilweise noch immer überschritten werden. Insbesondere die Stickoxide (NOx), die beim Verbrennen von Brenn- und Treibstoff entstehen, gehören im Sommer zu den Hauptverursachern von Smog, tragen zur Feinstaub­belastung bei und sind wichtige Vor­läufer­substanzen von bodennahem Ozon. Deshalb müsste die LRV-Revision auch vermehrt auf die Eindämmung dieser Schadstoffe zielen. Dies beispielsweise mit strengeren Vor­schrif­ten bei Zementwerken. Die sechs in der Schweiz bestehenden Werke sind für rund 5% aller schwei­zerischen NOx-Emissionen verantwortlich und müssen einen Grenzwert von 500 mg/m3 einhalten. In Deutschland gilt spätestens ab 2019 ein Grenzwert von 200 mg/m3. Die SCR (selektive katalytische Reduktion) ist dort aktuellster Stand der Technik, wodurch die Emis­sionen gegenüber Werken ohne SCR massiv reduziert werden konnten.

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Lungenliga Schweiz: ab 31. Juli: Elena Strozzi, Leiterin Politik, Gesundheitsförderung und Kommunikation

Tel. 031 378 20 38, e.strozzi@STOP-SPAM.lung.ch

 

Krebsliga Schweiz: Flavia Nicolai, Leiterin Medienstelle

Tel. 031 389 94 13, flavia.nicolai@STOP-SPAM.krebsliga.ch

 

Schweizerische Gesellschaft für Pneumologie: Dr. med. Maurus Pfister

Tel. 071 494 10 06, marlies.beczoek@STOP-SPAM.kssg.ch