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Aktuell

Rauchen öffnet dem Coronavirus Tür und Tor

Rauchen erhöht das Risiko einen schwerwiegenden Verlauf einer Coronavirus-Erkrankung (COVID-19) zu erleiden. Rauchen schwächt das Immunsystem und schädigt die Lunge. Je jünger ein Mensch ist, der mit dem Rauchen beginnt, desto grösser ist die Gefahr, nikotinabhängig zu werden, an akuten Atemwegsinfektionen zu erkranken und an einer chronischen Atemwegs- oder Lungenerkrankung zu sterben. Die Lungenliga Schweiz fordert deshalb einen wirkungsvollen Jugendschutz im Tabakproduktegesetz.

Rauchen verdoppelt das Risiko einer Atemwegsinfektion. Die Zellwände der Lungenbläschen sind durch den Nikotinkonsum weniger stabil. Dadurch könnten Viren wie COVID-19 einfacher in die Zellwände der Lungenbläschen eindringen[1]. Dazu braucht es jedoch weitere Forschungsergebnisse.

Wie erste Untersuchungen zeigen, erhöht sich bei Rauchenden das Risiko um den Faktor 2.4 einen schweren Verlauf der Coronavirus-Erkrankung zu erleiden[2]. Zudem haben Raucherinnen und Raucher häufiger Vorerkrankungen des Herz-/Kreislaufsystems, Krebs- oder chronische Atemwegserkrankungen, die das Risiko eines schweren Verlaufs von COVID-19 zusätzlich erhöhen.

 

Jugend vor Nikotinkonsum bewahren

Über die Hälfte der Menschen beginnen als Jugendliche mit dem Tabakkonsum. Bei den 15- 19-Jährigen rauchen bereits 21%. 50% der 15-jährigen Jungen und 35% der gleichaltrigen Mädchen haben schon einmal an einer E-Zigarette gezogen. Zusätzlich umwirbt die Tabakindustrie die Jugendlichen mit aromatisierten Nikotinprodukten. In der EU sind Zigaretten mit Aromen wie Menthol oder Vanille ab 20. Mai 2020 verboten. Der vorliegende Entwurf des Tabakproduktegesetzes sieht leider keine solchen Verbotsmassnahmen vor.

In diesem Alter ist die Lunge noch nicht vollständig ausgereift und daher besonders verletzlich. Claudia Künzli, Leiterin Gesundheitsförderung und Prävention der Lungenliga Schweiz: «Die Werbung für Tabak- und Nikotinprodukte verführt Jugendliche zum Rauchen. Wer im jugendlichen Alter mit dem Konsum nikotinhaltiger Produkte beginnt, kommt nur noch schwer davon los.»

Die Lungenliga engagiert sich mit ihren Forderungen im Tabakproduktegesetz dafür, dass junge Menschen als rauchfreie Generation gesund aufwachsen und ein starkes Immunsystem entwickeln, das für Atemwegsinfektionen wie COVID-19 besser gerüstet ist.

Am 31. Mai findet der «WHO-Welttag ohne Tabak» statt, um auf die Folgen des Tabakkonsums aufmerksam zu machen.

 

Die Lungenliga Schweiz fordert einen wirkungsvollen Jugendschutz im Tabakproduktegesetz:

  • Striktes Werbe-, Promotions- und Sponsoringverbot
  • Gleiche Regulierungen für E-Zigaretten hinsichtlich Verkauf, Werbung und Passivrauchschutz wie für Tabakprodukte
  • Nationales Verkaufs- und Abgabeverbot von Tabakprodukten und E-Zigaretten an Minderjährige
  • Verbot von Aroma- und Farbstoffen

 

Hier finden Sie weitere Informationen zur Tabakpolitik und zum Rauchstopp der Lungenliga.

 

Die Lungenliga ist eine nicht-gewinnorientierte Gesundheitsorganisation mit über 700 Mitarbeitenden, die sich seit über 115 Jahren für Menschen mit Lungen- und Atemwegserkrankungen einsetzt.

Sie berät und betreut über 100'000 Patientinnen und Patienten an 70 Standorten in der ganzen Schweiz sowie zuhause, damit diese möglichst beschwerdefrei und selbständig leben können. Die Lungenliga engagiert sich zudem in den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention, der Weiterbildung von Fachpersonen sowie der Forschungsförderung. Die Gesundheitsorganisation ist ZEWO-zertifiziert und besitzt das NPO-Label für Management Excellence.

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Lungenliga Schweiz

Andrea Adam, Mediensprecherin

Tel. 031 378 20 53

a.adam@STOP-SPAM.lung.ch

 

[1] Brake, S.J.; Barnsley, K.; Lu, W.; McAlinden, K.D.; Eapen, M.S.; Sohal, S.S. 2020. Smoking Upregulates Angiotensin-Converting Enzyme-2 Receptor: A Potential Adhesion Site for Novel Coronavirus SARS-CoV-2 (Covid-19). J. Clin. Med. 2020, 9, 841; Cai G. Bulk and single-cell transcriptomics identify tobacco-use disparity in lung gene expression of ACE2, the receptor of 2019-nCov. medRxiv 2020.02.05.20020107; doi.org/10.1101/2020.02.05.20020107; Posted February 28, 2020.

[2] Guan, Wei‐Jie; Ni, Zheng‐Yi; Hu, Yu; Liang, Wen‐Hua; Ou, Chun‐Quan; He, Jian‐Xing et al. (2020): Clinical Characteristics of Coronavirus Disease 2019 in China. In The New England journal of medicine. DOI: 10.1056/NEJMoa2002032.