Aktuell

Tuberkulose: Symposium über eine fast vergessene Krankheit

Die Tuberkulose ist eine durch hustende Erkrankte über die Raumluft übertragbare Krankheit. In der Schweiz gibt es pro Jahr rund 550 Erkrankungen. Am diesjährigen Tuberkulose-Symposium diskutierten die Teilnehmenden über die Erfahrungen zu Umgebungsuntersuchungen im Asyl-Setting.

Das BAG entschied per Januar 2018 die Abschaffung des systematischen Tuberkulose-Screenings bei Asylsuchenden, das seit über zehn Jahren in den Empfangs- und Verfahrenszentren des Bundes eingesetzt wurde. Dieser Entscheid irritiert, da ein systematisches Vorgehen zur Verhinderung der Tuberkulose wünschenswert wäre. Dies vor allem bei Personen, die aus besonders Tuberkulose gefährdeten Gebieten einreisen.

 

Die Umsetzung des neuen Verfahrens, die Information asylsuchender Personen über übertragbare Krankheiten sowie die Schulungen für das Betreuungs- und Sicherheitspersonal liegen zudem neu in der Verantwortung des Staatssekretariats für Migration (SEM). Anlässlich des diesjährigen Tuberkulose-Symposiums am 22. März diskutierten die Teilnehmenden in Magglingen über die Erfahrungen zu Umgebungsuntersuchungen im Asyl-Setting anhand konkreter Beispiele aus den Kantonen Genf, Waadt sowie St. Gallen und informierten sich über verschiedene Ansätze auf internationaler Ebene.

 

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung für Risikogruppen sichergestellt sein muss. Betreuungspersonen im Asylbereich sollen sensibilisiert und geschult werden. Bei der Entdeckung einer Tuberkulose müssen die erkrankten Personen umgehend behandelt und im Fall eines ansteckenden Falls, die Umgebungsuntersuchungen sorgfältig durchgeführt werden.

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Andrea Adam Mediensprecherin Lungenliga Schweiz

031 378 20 72
a.adam@lung.ch

 

[1] Bei einer Umgebungsuntersuchung werden Personen auf eine Ansteckung mit Tuberkulose getestet, die längeren Kontakt mit einem ansteckenden Lungentuberkulosefall hatten.

 

Welt-Tuberkulose-Tag

Der Welt-Tuberkulose-Tag wird weltweit jährlich am 24. März begangen. Sein übergeordnetes Ziel ist die Sensibilisierung für eine Krankheit, an der immer noch weltweit fast 5'000 Menschen pro Tag sterben.

 

Lungenliga führt «Kompetenzzentrum Tuberkulose»

Die Lungenliga berät und betreut Menschen mit Lungenkrankheiten und Atembehinderungen, damit sie möglichst beschwerdefrei und selbständig leben können und eine höhere Lebensqualität erreichen.

Im Rahmen eines Leistungsvertrages mit dem Bundesamt für Gesundheit führt die Lungenliga das «Kompetenzzentrum Tuberkulose». Diese nationale Informations- und Koordinationsplattform unterstützt Fachpersonen bei Tuberkulosefällen.

 

Tuberkulose: 90 Prozent der Infizierten bleiben gesund

Die Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die meist die Lungen befällt. Sie wird durch den Erreger Mycobacterium tuberculosis ausgelöst. Übertragen wird die Tuberkulose fast ausschliesslich von Mensch zu Mensch über die Luft. Die Beschwerden ähneln meist zunächst denen einer Grippe oder einer Lungenentzündung. Husten, Atembeschwerden, Müdigkeit, Fieber und oft auch Gewichtsverlust sind typische Symptome. Rund 90% der infizierten Personen erkranken nicht an Tuberkulose. Diese Personen können die Krankheit auch nicht übertragen. Trotz der medizinischen Fortschritte bleibt die Behandlung der Tuberkulose langwierig. In der Regel nehmen Betroffene vier verschiedene Antibiotika während zwei Monaten und zwei verschiedene Antibiotika während vier Monaten ein, da immer Erreger vorhanden sein können, die gegen einen der Wirkstoffe resistent sind.