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Gesundheit hat Vorrang vor Tabakgeschäft

In der Vernehmlassung zum Tabakproduktegesetz fordern Gesundheitsorganisationen, auf das Sponsoring von Tabakfirmen gänzlich zu verzichten. Die Gesundheit junger Menschen ist von höherem Wert als die wirtschaftlichen Interessen der Tabakkonzerne, erklären Krebsliga Schweiz, Lungenliga Schweiz, Schweizerische Herzstiftung, Sucht Schweiz und Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz.

Tabakkonzerne sponsern vermehrt Musikfestivals, die junge Leute ansprechen. Das belebt das Geschäft mit Rauchwaren, wie die Open-Air-Saison 2014 erneut zeigt. Auf dem Festivalgelände kommt die Tabakpromotion voll zum Zug mit Wettbewerben, Zigarettenpackungen zum Vorzugspreis, Werbegeschenken und Gratiszigaretten. So gewinnen die Tabakkonzerne unter dem jungen Publikum neue Kundinnen und Kunden.

Die Mehrheit der Raucherinnen und Raucher fängt vor dem 20. Lebensjahr an zu rauchen. Denn schon wenige Gratiszigaretten können zum Verhängnis werden. Nikotin hat eine starke Suchtwirkung, ähnlich wie Heroin und Kokain. Bleiben junge Menschen an der Zigarette hängen, sind die Auswirkungen auf ihre Gesundheit fatal. Ein Viertel der erwachsenen Rauchenden stirbt vor dem 65. Lebensjahr an tabakbedingten Krankheiten. Insgesamt verlieren jedes Jahr in der Schweiz mehr als 9000 Menschen ihr Leben infolge des Tabakkonsums.


Spezielle Regeln für Tabakprodukte
Tabakwaren unterscheiden sich wegen der hohen Gesundheitsrisiken von allen anderen legalen Konsumgütern. Der Schutz der Gesundheit ist höher zu bewerten als die Wirtschaftsinteressen der Tabakindustrie. Folglich müssen für Tabakprodukte andere Regeln gelten, schreiben die fünf Gesundheitsorganisationen. In ihrer Stellungnahme zum Tabakproduktegesetz verlangen die Gesundheitsorganisationen, dass alle Werbeaktivitäten für Tabakwaren untersagt werden. Dazu gehören hauptsächlich das Sponsoring von Veranstaltungen durch Tabakkonzerne, die Tabakwerbung in Printmedien, im Internet und in den sozialen Medien, auf Plakaten, in Kinos und an Verkaufsstellen sowie die Rabatte auf Tabakwaren. Die Wirkung der Tabakwerbung besonders auf Jugendliche ist heute unbestritten.

Die Schweiz kennt ausser in Radio und Fernsehen nur teilweise Werbeeinschränkungen für Tabakwaren. Zum Beispiel dürfen Printmedien, die sich mehrheitlich an Minderjährige richten, keine Inserate für Tabakwaren enthalten. Aber Teilverbote lassen immer Schlupflöcher offen. Die Tabakkonzerne verlagern die Marketingaktivitäten einfach in andere Bereiche, etwa in die direkte Verkaufsförderung mit Hostessen in Nachtlokalen oder ins Sponsoring. Tabakfirmen gehen sogar so weit, private Anlässe zu organisieren oder zu sponsern.

Der Tabakkonsum ist einer der vier Hauptrisikofaktoren für nicht übertragbare Krankheiten, neben Alkoholmissbrauch, unausgewogener Ernährung und ungenügender Bewegung. 2011 betrugen in der Schweiz die direkten medizinischen Kosten aller nicht übertragbarer Krankheiten 65 Miliarden Franken oder 80 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben.

Krebsliga Schweiz, Lungenliga Schweiz, Schweizerische Herzstiftung und Sucht Schweiz sind mit weiteren Organisationen in der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz zusammengeschlossen. Sie setzen sich ein für wirksame Massnahmen zur Tabakprävention.

 

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Lungenliga Schweiz
Barbara Weber, Mediensprecherin
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b.weber@STOP-SPAM.lung.ch

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Die Lungenliga berät und betreut Menschen mit Lungenkrankheiten und Atembehinderungen, damit sie möglichst beschwerdefrei und selbständig leben können und eine höhere Lebensqualität erreichen. Fachlich gut vernetzt vertritt sie die Anliegen ihrer Patientinnen und Patienten und fördert deren Selbsthilfe. Mit Prävention und ihrem Engagement für saubere Luft setzt sich die Lungenliga dafür ein, dass immer weniger Menschen an Lunge und Atemwegen erkranken.